Großer Andrang am roten Info-Bus: „Herzenssache Lebenszeit“
Mittwoch 22. 7. 22. Jul 2026
Info-Tour „Herzenssache Lebenszeit" lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher ans Kriegerdenkmal – Ärztinnen und Ärzte des Klinikums Freising berieten kostenfrei zu Herz, Gefäßen, Diabetes und Schlaganfall – Phoenix Freising e.V. am Nachbarstand
Nicht zu übersehen war er: Der leuchtend rote Info-Bus – ein zum rollenden Beratungsraum umgebauter Schulbus – der Info-Tour „Herzenssache Lebenszeit" stand am Mittwoch, 22. Juli 2026, von 10 bis 15 Uhr am Kriegerdenkmal in der Oberen Hauptstraße und machte dort auf ein Thema aufmerksam, das viele Menschen betrifft, aber oft zu spät erkannt wird: das Zusammenspiel von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes und Nierenschwäche. Eingeladen hatte das Klinikum Freising, dessen ärztliches und pflegerisches Team den Aktionstag gemeinsam mit der bundesweiten Initiative gestaltete.
Beratung ohne Anmeldung – direkt in der Innenstadt
Unter dem Motto „Risiken früh erkennen. Gesundheit schützen." konnten Passantinnen und Passanten spontan und ohne Anmeldung vorbeikommen. Das Team der Kardiologie und Pneumologie des Klinikums Freising um Chefarzt Dr. Roland Brückl, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, stand ebenso für Fragen zur Verfügung wie Expertinnen und Experten aus der Neurologie, der Gefäßchirurgie und der Endokrinologie. Im Mittelpunkt standen persönliche Risikochecks für Schlaganfall und Diabetes, Informationen zu Vorsorge und Risikofaktoren sowie Demonstrationen zur richtigen Blutdruck- und Blutzuckermessung.
Der fachliche Kern der Aktion: Herz, Gefäße, Stoffwechsel und Nieren hängen eng zusammen. Wer etwa über Jahre einen unbehandelten Bluthochdruck oder einen erhöhten Blutzucker hat, erhöht damit gleichzeitig das Risiko für Herzschwäche, Schlaganfall und eine nachlassende Nierenfunktion. Viele dieser Entwicklungen verlaufen lange ohne spürbare Beschwerden – und genau deshalb lohnt sich der frühe Blick auf die eigenen Werte.

Nachbarstand: Leben nach dem Schlaganfall
Direkt nebenan hatte das Team von Phoenix Freising e.V. seinen Stand aufgebaut – und damit genau jene Perspektive im Gepäck, die nach der Vorsorge kommt: das Leben danach. Der Verein begleitet Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, etwa nach einem Schlaganfall, sowie deren Angehörige. Am Stand informierte das Team über monatliche Treffen für Betroffene, die Selbsthilfegruppe für Angehörige und die strukturierte Begegnungsstätte „Phoenix-OASE", die als Tagesangebot flexibel von einem Tag im Monat bis zu fünf Tagen pro Woche genutzt werden kann. Viele Gespräche drehten sich um Fragen, die im Klinikalltag oft erst später auftauchen: Wie geht es zu Hause weiter? Wo finden Angehörige Entlastung? Weitere Informationen unter www.phoenix-freising.de.
Besuch aus Landkreis und Stadt
Neben zahlreichen Freisingerinnen und Freisingern informierten sich auch Landrätin Susanne Hoyer und Freisings Oberbürgermeisterin Monika Schwind vor Ort über das Angebot, sprachen mit den Ärztinnen und Ärzten und würdigten den niedrigschwelligen Ansatz der Aktion, Gesundheitsvorsorge dorthin zu bringen, wo die Menschen ohnehin unterwegs sind.
„Vorsorge funktioniert dann am besten, wenn sie leicht zugänglich ist – ohne Termin, ohne Hürden, mitten im Alltag", sagt Dipl.-Kffr. (FH) Maren Höntzsch, Geschäftsführerin des Klinikums Freising. „Genau das haben wir am Kriegerdenkmal erlebt: Menschen, die kurz stehen bleiben, eine Frage stellen und am Ende ihre Werte kennen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenschwäche gehören zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit, und sie hängen enger zusammen, als vielen bewusst ist. Als Klinikum Freising sehen wir unseren Auftrag nicht erst dann, wenn Patientinnen und Patienten zu uns kommen, sondern auch davor – in der Aufklärung und in der Prävention. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen aus Kardiologie, Pneumologie, Neurologie, Gefäßchirurgie und Endokrinologie, die diesen Tag mit ihrem Engagement möglich gemacht haben."
Hintergrund
Die Info-Tour „Herzenssache Lebenszeit" macht mit umgebauten roten Bussen in verschiedenen Städten Station und informiert über die Zusammenhänge von Diabetes, Schlaganfall sowie Herz- und Nierenschwäche. Ziel ist es, Risikofaktoren frühzeitig sichtbar zu machen und zu Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren. Die Beratung ist kostenfrei und ersetzt keine ärztliche Diagnose; wer auffällige Werte hat, wird an die Hausarztpraxis oder an Fachärztinnen und Fachärzte verwiesen.