Allgemein- Viszeral- und Gefäßchirurgie

Das Klinikum Freising legt bei operativen Eingriffen großen Wert auf minimal-invasive Verfahren. Diese reduzieren deutlich die Schmerzbelastung und das Risiko von Wundkomplikationen, ebenso verkürzen sie die Krankenhausaufenthalte und ermöglichen eine schnelle Genesung.
  • Aufgrund unsere Größe können wir einen engen und persönlichen Kontakt zu unseren Patientinnen und Patienten pflegen, wovon insbesondere betagte Menschen profitieren. Durch eine effektive Prozessstruktur gewährleisten wir zudem kurze Wartezeiten.
  • Dank kontinuierlicher Fort- und Weiterbildung können wir eine exzellente Mitarbeiterexpertise sicherstellen. Unsere OP-Einheiten sind technisch modern ausgestattet, einschließlich 3D-Laparoskopie, neuester Versiegelungsinstrumente und eines Ultraschallaspirators für die laparoskopische und offene Leberchirurgie.
  • Routineeingriffe in der Abdominalchirurgie, wie Appendektomien, Cholecystektomien oder Hernienoperationen, werden bei uns in großen Fallzahlen durchgeführt und zeichnen sich durch einen hohen Standardisierungsgrad aus. Dadurch erreichen wir niedrige Komplikationsraten.
  • Im Bereich der onkologischen Chirurgie arbeiten wir als Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München eng mit dem Comprehensive Cancer Center (CCC) MünchenTUM zusammen und bieten eine Teilnahme an multimodalen, leitlinienorientierten Therapien an. Soweit möglich, setzen wir auch hier minimal-invasive Technik ein, sind aber auch für konventionelle offene Verfahren bestens ausgerüstet. Alle onkologischen Fälle werden in der wöchentlich statt findenden Tumorkonferenz des Klinikums interdisziplinär besprochen und das Therapiekonzept festgelegt. 

Das Klinikum Freising ist Mitglied im Tumorzentrum München (TZM), welches ein Bestandteil des CCC München ist.

Unser Behandlungsspektrum der Allgemein- und Viszeralchirurgie (bitte auf die Pfeile klicken!)

Ambulantes Operieren

Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen ist es geboten, eine Vielzahl von Operationen unter geeigneten medizinischen Voraussetzungen ambulant durchzuführen.
Um das Risiko zu minimieren und den Komfort der Patienten weiter zu verbessern, erfolgt die ambulante OP-Vorbereitung, prä- und postoperative Betreuung und schließlich Entlassung der Patienten über eine hierfür speziell eingerichtete tagesstationäre Einrichtung – die Zentrale Patientanaufnahme (ZPA) im zweiten OG unserer Klinik. In enger Zusammenarbeit mit unserer Anästhesieabteilung gewährleisten wir einen reibungslosen Ablauf, der die präoperative Diagnostik, den Eingriff selbst sowie die Nachbetreuung und Schmerzbehandlung umfasst. Da alle für eine umfassende präoperative Abklärung relevanten Fachabteilungen, wie z.B. Kardiologie und Pulmonologie, in unserem Hause vertreten sind profitieren unsere Patienten von der Möglichkeit einer präoperativen Abklärung „aus einer Hand".

Hernienchirurgie

Unser Hernienzentrum hat sich einer hohen Versorgungs- und Ergebnisqualität verschrieben und beteiligt sich in diesem Rahmen am Herniamed Register der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG).

Hernien, auch als Bauchwandbrüche bekannt, sind weltweit die häufigsten Erkrankungen, die eine operative Therapie erfordern. Hernien sind Ausstülpungen des Bauchfells in oder vor der Bauchwand, welche in der Regel an bekannten Schwachstellen (Bruchpforten) auftreten. Diese können angeboren oder erworben sein. Typischerweise werden diese bei einer Drucksteigerung in der Bauchhöhle, wie beim Husten, Niesen oder Pressen, als Vorwölbung und/oder mit Beschwerden symptomatisch. In einigen Fällen können Darmanteile in diesen Vorwölbungen eingeklemmt sein und zu ernsthaften Problemen führen, die einen sofortigen chirurgischen Eingriff erfordern.

Das Klinikum Freising bietet das gesamte Spektrum der Hernienbehandlung an, und zwar unter Verwendung modernster und schonender Operationstechniken. Je nach Befund kommen sowohl konventionelle (offene) als auch minimal-invasive Verfahren (Schlüsselloch-Chirurgie) zum Einsatz. Wöchentlich findet unserer Herniensprechstunde statt. Hier erfolgt nach entsprechender klinischer Untersuchung und Diagnostik die Planung einer maßgeschneiderten Therapie (tailored approach).
Je nach Umfang des Eingriffs und den Grunderkrankungen des Patienten kann eine Hernienoperation ambulant oder stationär erfolgen.
Folgende Hernien (Brüche) werden in unserer Abteilung routinemäßig operativ behandelt:

  • Leistenbrüche
  • Schenkelbrüche
  • Nabelbrüche
  • Narbenbrüche
  • Rezidive (Folgebrüche)
  • Zwerchfellbrüche
  • Oberbauchbrüche (sog. Epigastrische Hernien und Rektusdiastasen)
  • komplexe Bauchwandbrüche

Schilddrüsenchirurgie

Wir führen Operationen an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse nach etablierten Standards durch. Unser Behandlungsspektrum umfasst gutartige knotige Veränderungen in der Schilddrüse mit normaler Hormonsituation, solche mit Überfunktion sowie bösartige Erkrankungen.
  • Für gutartige Veränderungen wählen wir die Operationsmethode je nach Befund aus, die von der isolierten Knotenentfernung bis zur vollständigen Entfernung des Organs reichen kann. Bei kleinen Befunden und entsprechenden Voraussetzungen bieten wir diese Operation auch minimal-invasiv über einen i.d.R. nur 2cm langen Schnitt als sog. Minimal-Invasive Videoassistierte Thyreoidektomie (MIVAT) an.
  • Bei primär bösartigen Veränderungen in der Schilddrüse erfolgt in der Regel die komplette Entfernung des Organs, verbunden mit der Entfernung der sog. zentralen Lymphknoten und ggf. weiterer regionaler Lymphknoten. Aufgrund der Möglichkeit zu intraoperativen pathologischen Schnellschnittuntersuchungen kann in der Regel bereits während der Operation zwischen gut- und bösartigen Befunden unterschieden und das operative Verfahren entsprechend angepasst werden. Dies beugt im Vergleich zur Erstoperation komplikationsträchtigeren „Komplettierungsoperationen" vor.
  • Ebenfalls ein Standard in unserer Klinik sind Operationen an den Nebenschilddrüsen bei Nachweis einer Überfunktion und damit verbundenen Störungen des Kalziumstoffwechsels. Während der Operation überprüfen wir den Erfolg durch die Bestimmung des Parathormonspiegels und die feingewebliche Untersuchung.

Neben dem inzwischen in Deutschland standardmäßig bei Eingriffen an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse eingesetzten Neuromonitoring zum Auffinden-, bzw. zur Überprüfung der Funktion des Stimmbandnerven setzen wir in Freising auch das kontinuierliche Neuromonitoring der Stimmbandnerven ein, um die Nervenfunktion während des gesamten OP-Verlaufs zu überwachen und ggf. bereits einen drohenden Nervenschaden zu erkennen.

 

Operative Behandlung der Refluxkrankheit

Die Refluxkrankheit, bei der Mageninhalt (Säure) in die Speiseröhre zurückfließt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes. Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrienationen haben Refluxbeschwerden in unterschiedlicher Ausprägung. Viele Patienten leiden jahrelang unter diesen Beschwerden, die sich nach größeren Mahlzeiten verschlimmern und im Liegen verstärken können. Zusätzlich zu Sodbrennen klagen Betroffene oft über ein unangenehmes Druckgefühl hinter dem Brustbein, Schmerzen im Oberbauch, wiederholtes Erbrechen bzw. zurückfließen von Mageninhalt, Hustenreiz und Schluckauf. Patienten mit Refluxsymptomen haben häufig eine entzündete Speiseröhre (Refluxösophagitis).

Der Hauptgrund für die Refluxkrankheit ist eine unzureichende Funktion des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. Diese ist meist mit einem Zwerchfellbruch kombiniert, bei dem die Öffnung der Speiseröhre durch das Zwerchfell pathologisch erweitert ist. Beides begünstigt das Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre, was die oben genannten Symptome und Entzündungen verursachen. In den meisten Fällen kann die Erkrankung mit säureblockierenden Medikamenten behandelt werden, aber wenn die Symptome trotzdem bestehen bleiben oder nach dem Absetzen der Medikamente wieder auftreten, sollte die eigentliche Ursache, nämlich der Zwerchfellbruch, behandelt werden.

In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Fachbereichen der Gastroenterologie und Radiologie können wir in unserem Refluxzentrum durch gezielte Untersuchungen des Magens und der Speiseröhre (Impendanz pH-Metrie, HR-Manometrie, Schluckkinemtographie) das Ausmaß der Erkrankung feststellen und Ihnen die erfolgversprechendste Therapie empfehlen. 

Die Behandlung umfasst die erwähnte medikamentöse Therapie sowie minimalinvasive Operationstechniken bei größeren Zwerchfellbrüchen. Wir setzen verschiedene Verfahren ein, die individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sind und zwei Hauptziele verfolgen:

  • Verschluss des Zwerchfellbruchs
  • Bildung einer Refluxbarriere

Bei ausgedehnten Zwerchfellbrüchen kann für Ersteres zusätzlich die Implantation eines sich im Verlauf selbst auflösenden Netzes notwendig sein; Letzteres wird durch die Bildung einer Magenmanschette aus körpereigenem Gewebe in unterschiedlicher Technik erreicht. Dank der minimalinvasiven Technik (Schlüssellochoperation) können die meisten Patienten in der Regel wenige Tage nach der Operation schmerzfrei und oft schon ohne Refluxsymptome entlassen werden.

Proktologie

Die Proktologie befasst sich mit Erkrankungen im äußeren Analbereich, des Analkanals, des Mastdarms und des Beckenbodens.
  • Im Vordergrund stehen die stadiengerechte Behandlung des Hämorrhoidalleidens und anderer Prolapsformen, durch transanale Verfahren wie klassische Hämorroidopexie, Staplerhämorrhoidopexie (LONGO), Vollwandresektionen (STARR), Muskularisraffung nach Rehn-Delorme und abdominelle (laparoskopische) Methoden (Resektions-Rektopexie).
  • Zusätzlich werden Abszesse, Fisteln, Fissuren, Sinus pilonidalis und Acne inversa therapiert.
  • Natürlich werden auch entsprechende bösartige Erkrankungen des Ano-Rektums diagnostiziert und einer leitliniengerechten Behandlung zugeführt. Dafür stehen neben der fachgerechten klinischen Untersuchung apparative Maßnahmen (Prokto-Rektoskopie, endoluminaler Ultraschall, CT, MRT) zur Verfügung.

Die Patienten werden in der proktologischen Sprechstunde primär entsprechend untersucht, beraten und bei operativen Maßnahmen postoperativ nachgesorgt.

Chirurgie des Dick- und Mastdarms (Kolorektale Chirurgie)

Ein Schwerpunkt unserer chirurgische Behandlung sind Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms. Sowohl gutartige als auch bösartige Befunde werden, wann immer möglich und medizinisch sinnvoll, laparoskopisch (Schlüsselloch-Chirurgie) behandelt.
  • Komplizierte Sigmadivertikulitis wird gemäß den Leitlinien therapiert und überwiegend laparoskopisch und kontinuitätserhaltend operiert.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) werden interdisziplinär in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich der Gastroenterologie.
  • Maligne Erkrankungen des Dickdarmes werden gemäß den aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft behandelt. Die Klinik ist seit 2009 als Darmzentrum nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert, und die jährlichen Audits gewährleisten einen hohen Standard der Behandlung und belegen die ausgezeichnete Expertise. Die Behandlung maligner Erkrankungen erfolgt interdisziplinär mit Unterstützung durch gastroenterologische, onkologische und strahlentherapeutische Experten. In einer jeden Donnerstag statt findenden Tumorkonferenz, an der Fachexperten aller beteiligten Disziplinen des Klinikums Freising sowie assoziierte niedergelassene Kooperationspartner teilnehmen, werden die Behandlungspläne für onkologische Patientinnen und Patienten gemeinsam festgelegt.

Unsere an jedem Dienstag statt findende Darmsprechstunde bietet zusätzliche Beratungsmöglichkeiten für Patienten mit onkologischen und gutartigen Darmerkrankungen.
Begleitend werden unsere Patienten ernährungsmedizinisch und psychoonkologisch betreut.
Ein kompetentes Stoma-Beratungsteam schult Betroffene bereits während des stationären Aufenthalts und steht auch nach der Entlassung beratend zur Seite.

 

Operative Behandlung bösartiger Tumoren des Magens

Die Diagnose eines bösartigen Magentumors erfolgt oft im Zusammenhang mit der Abklärung von Schmerzen während oder nach dem Essen oder im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen. Je nach Befund kann vor- und/oder nach der Operation eine Chemo- und/oder Strahlentherapie erforderlich sein.

Nach den notwendigen Voruntersuchungen bzw. Therapien vor der Operation wird der Eingriff geplant. Die Art und das Ausmaß der Operation hängen von der Lage des Tumors im Magen und der feingeweblichen Untersuchung ab. Dabei sind folgende chirurgische Möglichkeiten gegeben:

  • Endoskopisch-assistierte laparoskopische Magenkeilresektion: Diese wurde bei Frühbefunden der klassischen Magentumoren weitgehend durch die endoskopischen Verfahren wie Endoskopische Mukosaresektion (EMR) oder Endoskopische Sumukosadissektion (ESD) abgelöst. Heute wird diese minimal-invasive Technik als Vollwandresektion noch bei submukösen Magentumoren wie Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), Lipomen und Leiomyomen eingesetzt. Diese Behandlung ist nur eine Option bei Tumoren bzw. Tumorstadien bei welchen keine Lymphknotenentfernung notwendig ist.
  • Gastrektomie: Hierbei wird der Magen über einen Oberbauchschnitt mobilisiert und entfernt. Der Anfang des Zwölffingerdarms wird verschlossen, und eine Dünndarmschlinge wird an die Speiseröhre angenäht, um eine Verbindung zwischen Speiseröhre und Darm herzustellen. Der zuvor verschlossene Zwölffingerdarm wird weiter unten am Darm wieder angeschlossen, um die Verdauungssäfte in den Darm abzugeben (Roux-Y).
  • Sog. „Transhiatal erweiterte Gastrektomie" unter Mitnahme des unteren Anteils der Speiseröhre: Das Vorgehen entspricht dem der totalen Gastrektomie, wobei auch Teile der unteren Speiseröhre entfernt werden.
  • Subtotale Gastrektomie (4/5-Magen-Entfernung): Diese Option in der Regel bei Tumoren im Körper- oder Ausgangsbereich des Magens möglich. Hierbei wird ein Teil des Magens erhalten und ebenfalls mit einer durchtrennten Dünndarmschlinge verbunden. Der zuvor blind verschlossene Zwölffingerdarm wird analog dem bereits oben beschriebenen Vorgehen weiter unten am Darm wieder angeschlossen, um die Verdauungssäfte in den Darm abzugeben.

Nach der Operation wird die Patientin bzw. der Patient für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht und darf in dieser Zeit keine Nahrung zu sich nehmen. Die Flüssigkeitszufuhr erfolgt über eine entsprechende Infusionstherapie. Am 2. postoperativen Tag wird i.d.R. die Magensonde entfernt und mit dem vorsichtigen Trinken begonnen. Im weiteren Verlauf wird im Rahmen des sog. „Kostaufbaus" die Trinkmenge gesteigert und die Diät von flüssiger- über Breikost, über leichte Vollkost bis Wunschkost aufgebaut.

Die Dauer des stationären Aufenthaltes hängt vom Befinden der behandelten Person ab, im Durchschnitt müssen Patientinnen und Patienten jedoch mit einer Liegedauer von 10-14 Tagen rechnen. Das Klammermaterial wird i.d.R. zwischen dem 10. und 14. Tag nach der Operation entfernt, meist im Rahmen des stationären Aufenthaltes oder nach Entlassung durch den Hausarzt.

Nach einer Magen(teil-)entfernung ist es vor allem in der Anfangszeit notwendig, mehrmals täglich kleine Portionen zu sich zu nehmen. Empfohlen werden ca. 6 bis 10 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Da nach kompletter Magenentfernung Vitamin B12 nicht mehr über die Nahrung aufgenommen werden kann, müssen in regelmäßigen Abständen durch den Hausarzt Vitamin-B12-Depotspritzen verabfolgt werden. Bei inkompletter Magenentfernung empfiehlt es sich den Vitamin-B12-Spiegel intermittierend zu kontrollieren und ggf. zu ergänzen.

Die chirurgische Resektion ist derzeit nach wie vor die einzige Möglichkeit der Heilung bei Vorliegen eines Magenkarzinoms.

Operative Behandlung bösartiger Tumoren der Speiseröhre

Die Entdeckung eines bösartigen Tumors in der Speiseröhre erfolgt oft im Rahmen der Untersuchung von Schluckbeschwerden. In vielen Fällen ist eine prä- und postoperative Chemotherapie oder kombinierte präoperative Strahlen- und Chemotherapie notwendig.
Nach den erforderlichen Voruntersuchungen bzw. Therapien vor der Operation wird der Eingriff geplant. Die Art und das Ausmaß der Behandlung hängen von der Lage des Tumors in der Speiseröhre ab. In der Regel ist eine vollständige oder teilweise Entfernung des Tumors zusammen mit den umgebenden Lymphknoten erforderlich. Je nach Ausmaß der Resektion erfolgt die Nahtverbindung (Anastomose) im Brustraum oder im Halsbereich. 

Außer für sehr hoch sitzende Tumoren stellt die abdomino-rechts-thorakale En-bloc-Ösophagus(teil-)resektion mit intrathorakaler Anastomose (Ivor-Lewis) das Standardverfahren dar:

  • Der Eingriff erfolgt sowohl über den Bauchraum als auch über den Brustkorb. Zunächst wird ein Schnitt im Oberbauch gemacht, um den Magen und gegebenenfalls einen zu mobilisierenden Darm sowie die Speiseröhre in Richtung Brustkorb freizulegen. Aus dem Magen wird ein Schlauch gebildet, der als Speiseröhrenersatz dient. 
  • Anschließend erfolgt unter spezieller Beatmungstechnik (Ein-Lungen-Beatmung) die Eröffnung des Brustraums im Bereich des rechten Brustseite zwischen zwei Rippen. Die Speiseröhre mit Tumor wird mit Sicherheitsabstand und den benachbarten Lymphknoten entfernt, und der zuvor vorbereitete Magenschlauch wird in den Brustraum gezogen und angeschlossen. Eine Vakuumdrainage wird eingelegt, um eine vollständige Entfaltung der Lunge nach der Operation zu ermöglichen. 
  • Prinzipiell ist diese Operation bei geeigneten Voraussetzungen auch in Hybrid-Technik (Schlüssellochtechnik für den Baucheingriff, Schnitt im Bereich der rechten Brustseite) oder komplett minimal-invasiv (Schlüssellochtechnik im Bauch- und Brustraum) möglich.

Wenn der Tumor weit oben im Übergang zwischen Hals- und Brustraum liegt, ist ein weiterer Schnitt im Bereich der linken Halsseite notwendig, um die Nahtverbindung zu bilden (McKeown). Zusätzlich sollte in diesem Fall eine Lymphknotenentfernung im Bereich der oberen Luftröhre erfolgen. Ggf. ist bei hohem Tumorsitz und erfolgter Bestrahlung auch eine mehrzeitige Operation nötig (Entfernung der Speiseröhre in einer Operation und Anschluss des Magenschlauchs dann ca. zwei Wochen nach der ersten Operation).
Aufgrund der gelegentlich auftretenden Heilungsstörungen i.B. der Nahtverbindung zwischen Restspeiseröhre und Magenschlauch wird i.R. von Speiseröhrenresektionen ggf. zusätzlich ein Ernährungskatheter in den Dünndarm eingelegt, der durch die Bauchdecke ausgeleitet wird. Hierüber kann der Patient dann in der postoperativen Phase bei Bedarf auf physiologischem Wege ernährt werden, wenn er längere Zeit nichts schlucken darf.

Nachbehandlung nach der Operation

  • Nach der Operation wird der Patient für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht und darf in dieser Zeit keine Nahrung zu sich nehmen. Der Kostaufbau erfolgt schrittweise und wird vom ärztlichen Personal bestimmt. Flüssigkeits- und Energiezufuhr erfolgen über eine entsprechende Infusionstherapie und gegebenenfalls parenterale Ernährung (über das Gefäßsystem).
  • Die eingelegte Thorax-Saug-Drainage wird in der Regel innerhalb einer Woche nach Röntgenkontrollen entfernt. Eine Atemtherapie wird durchgeführt, und Schmerzen durch den Schnitt im Zwischenrippenraum können in der Regel gut behandelt werden.
  • Die Dauer des stationären Aufenthalts hängt vom Zustand des Patienten ab, im Durchschnitt müssen die Patienten jedoch mit einer Liegedauer von 10-14 Tagen rechnen. Das Klammermaterial sollte zwischen dem 10. und 14. Tag nach der Operation entfernt werden, meist im Rahmen des stationären Aufenthaltes oder durch den Hausarzt.

Nach der Operation ist es dauerhaft sinnvoll, die Nahrung gut zu kauen. Aufgrund der Verkleinerung des Magens ist es ratsam, häufig kleinere Portionen zu sich zu nehmen.

Chirurgie der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Gutartige und potentiell bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse:

Die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) ist häufig ein Grund für eine Operation. Diese Entzündung, die oft durch Alkohol, Medikamente oder andere Erkrankungen ausgelöst wird, verursacht starke Schmerzen, verläuft oft in Schüben und kann sich im Laufe der Zeit kontinuierlich verschlimmern.

Hormonaktive neuroendokrine Tumoren der Bauchspeicheldrüse (PNET), wie zum Beispiel Insulinome, können massive Störungen im Hormonhaushalt verursachen und haben in einigen Fällen auch die Tendenz zur bösartigen Entartung. Aus diesen Gründen ist eine operative Therapie erforderlich. Auch bei nicht hormonaktiven PNET kann eine operative Behandlung notwendig sein. Bei gutartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kann in der Regel gewebeschonend und sparsam operiert werden. In vielen Fällen führen wir diese Operationen heute minimal-invasiv durch. In ungünstigen anatomischen Lagen oder bei sehr ausgeprägten Befunden kann jedoch auch eine größere Teilentfernung der Bauchspeicheldrüse mit oder ohne Zwölffingerdarm notwendig sein.

In einigen Fällen liegen neu aufgetretene unklare Raumforderungen in der Bauchspeicheldrüse vor, die nicht eindeutig zuzuordnen sind. Auch in diesen Fällen ist eine chirurgische Therapie indiziert, da viele dieser unklaren Tumoren bösartig oder potentiell bösartig sind. Dies ist bei einigen zystische Raumforderungen der Fall, wie zum Beispiel die sogenannte Intraduktale Pankreatische Muzinöse Neoplase (IPMN), die durch sorgfältige Untersuchungen mittels endoskopischen Ultraschall (Endosonographie) und/oder Magnetresonanztomographie beurteilt werden müssen, um zu entscheiden, ob eine operative Therapie erforderlich ist. In diesen Fällen ist eine umfassende Beratung und Aufklärung der Patienten, auch in enger interdiziplinärer Zusammenarbeit mit den Kollegen der Gastroenterologie / Onkologie, unerlässlich und wird in unserem Zentrum selbstverständlich durchgeführt.

Bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse:

Die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors mit dem entsprechenden Lymph- und Umgebungsgewebe ist die einzige Möglichkeit der Heilung für bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse.
Der Großteil der Tumoren der Bauchspeicheldrüse befindet sich im vorderen Teil, dem sogenannten Kopf des Organs. In solchen Fällen führen wir eine Entfernung des Pankreaskopfes und des Zwölffingerdarms durch und erhalten dabei den kompletten Magen (Pylorus-erhaltende Whipple'sche Operation oder ppWhipple). Liegt der Tumor im mittleren oder hinteren Teil des Organs, wird dieser Teil der Bauchspeicheldrüse zusammen mit der Milz entfernt. Die Pankreasschwanz-Resektion führen wir bei bestimmten Indikationen minimal-invasiv durch.
In manchen Fällen, zum Beispiel bei sehr großen Tumoren im mittleren Teil der Drüse, oder einer IPMN des Hauptganges kann eine vollständige Entfernung der gesamten Bauchspeicheldrüse erforderlich sein. Nach einem solchen Eingriff sind die Patienten automatisch Insulin-pflichtige Diabetiker, da die Bauchspeicheldrüse, die normalerweise das körpereigene Insulin produziert, nun fehlt. Ist eine solche seltene Komplettentfernung des Pankreas erforderlich, werden die Patienten bereits während des stationären Aufenthaltes im Umgang mit der Blutzucker-Messung und Insulin-Gabe geschult. Steht die Notwendigkeit der Komplettentfernung der Bauchspeicheldrüse bereits vor der Operation fest, kann diese Schulung bereits vor der Operation begonnen werden.

 Prinzipiell ist nach einer pankreaserhaltenden Operation mittel- und langfristig keine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten erforderlich. Es sollten jedoch Bauchspeicheldrüsenenzyme ergänzend zur Nahrung in unterschiedlicher Dosierung eingenommen werden. Nach einem ppWhipple ist zudem eine lebenslange Einnahme von Säureblockern erforderlich, um Geschwüren im Dünndarm vorzubeugen.

Leberchirurgie / Hepatobiliäre Chirurgie

Die chirurgische Behandlung stellt für verschiedene primäre, also unmittelbar in der Leber entstehende, und sekundäre metastatische Tumoren die einzige Therapieoption mit der Aussicht auf definitive Heilung dar. Eine vollständige Entfernung dieser bösartigen Tumoren mit ausreichendem Sicherheitsabstand bietet die beste Chance auf langfristige Heilung.

Dank modernster Therapieverfahren, oft in Zusammenarbeit mit unseren Onkologen, Radiologen und Strahlentherapeuten, können wir heute auch Befunde erfolgreich behandeln, die noch vor wenigen Jahren als inoperabel galten. Die kontinuierliche Verbesserung der minimal-invasiven Operationstechniken ermöglicht es uns zudem, eine Vielzahl der Lebereingriffe besonders schonend in laparoskopischer Technik durchzuführen. Besonders im Bereich der Chirurgie gutartiger Leberzysten, die meist aufgrund von lokalen Beschwerden oder deutlicher Größenzunahme operiert werden müssen, hat die minimal-invasive Technik einen großen Stellenwert.

Lebermetastasen
Lebermetastasen sind deutlich häufiger als sog. primäre Lebertumore. Die chirurgische Entfernung von Lebermetastasen kann abhängig vom Primärtumor auch bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen die Chance auf definitive Heilung bieten, vor allem wenn außerhalb der Leber keine weiteren Tumorherde im Körper vorhanden sind. Insbesondere für Metastasen von Tumoren aus dem Dick- und Enddarm stellt die chirurgische Therapie der Lebermetastasen eine potenziell kurative Therapieoption dar. In vielen Fällen gelingt es uns durch das Zusammenspiel von medikamentöser Therapie und Chirurgie, langfristig sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Das Prinzip des sogenannten „Downstagings" ermöglicht es uns beispielsweise, mittels einer vor der Leberoperation durchgeführten Chemotherapie zunächst eine Stabilisierung oder sogar Verkleinerung der Tumorherde zu erreichen, so dass sie dann sicherer entfernt werden können.

Auch für Metastasen anderen Ursprungs bietet die chirurgische Entfernung häufig eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit. Bei der Beurteilung der chirurgischen Therapiestrategie im Rahmen der Lebermetastasenbehandlung ist immer eine ganzheitliche Betrachtung der Patienten im Kontext ihrer Tumorerkrankung von entscheidender Bedeutung. Hierbei stimmen wir uns eng mit den behandelnden onkologischen Kollegen ab, um insgesamt das beste und schonendste therapeutische Ergebnis für unsere Patienten zu erzielen. Durch den zunehmenden Einsatz minimal-invasiver Operationsverfahren gelingt es uns immer besser, die Belastung der Patienten durch den Eingriff möglichst gering zu halten.

Gutartige Lebertumoren
Gutartige Lebertumoren erfordern in der Regel nur eine chirurgische Therapie, wenn sie lokale Beschwerden verursachen oder stark wachsen und die Gefahr eines Leberrisses mit sich bringen. Zu den häufigsten gutartigen Lebertumoren zählen Leberzysten, Hämangiome (Blutschwamm) oder fokal noduläre Hyperplasien (FNH), die besonders bei Frauen auftreten. Eine Sonderstellung nehmen Leberadenome ein, die aufgrund ihrer Tendenz zur Entartung in den meisten Fällen entfernt werden müssen.

Hepatozelluläres Carcinom (HCC)
Für den häufigsten primären bösartigen Lebertumor, das hepatozelluläre Carcinom (HCC), ist die chirurgische Entfernung die einzige Therapie mit Aussicht auf definitive Heilung. HCC entsteht häufig in einer bestehenden Leberzirrhose. In solchen Fällen ist die Leberfunktion oft stark beeinträchtigt, und eine Lebertransplantation muss in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang kooperieren wir eng mit dem Transplantationszentrum am Klinikum rechts der Isar der TU München (TransplanTUM).

Gallenwegskarzinome - Cholangiokarzinome (CCA)
Das Cholangiokarzinom (CCA) verursacht oft lange Zeit keine Symptome und manifestiert sich als Raumforderung innerhalb der Leber. Auch für diese Tumoren ist die radikale Entfernung die einzige Therapie mit Aussicht auf definitive Heilung. CCC entsteht meist in einer ansonsten gesunden, nicht vorgeschädigten Leber. Deshalb ist es möglich, sehr große Anteile der Leber (bis zu 80%) zu entfernen, ohne die Leberfunktion stark zu beeinträchtigen.

Klatskin-Tumor:
Ein Sonderfall im Bereich der Cholangiokarzinome ist der sogenannte Klatskin-Tumor. Diese Tumoren wachsen im Bereich des Gallenganges und seiner Aufzweigung im Eingangsbereich der Leber (Leberpforte). Aufgrund der anatomisch komplizierten Lage der Tumoren erfordern selbst relativ kleine Raumforderungen eine ausgedehnte Leberteilentfernung unter Teilentfernung der nachbarschaftlichen Blutgefäße und eine komplexe Rekonstruktion des Gallenwegssystems.

Neue Therapieverfahren senken die Risiken: Die Leberchirurgie wird in unserer Abteilung besonders gewebeschonend mit dem Ultraschallaspirator durchgeführt. Dabei wird das Lebergewebe mittels eines speziellen Ultraschall-Dissektors selektiv durchtrennt, während die Blutgefäße und Gallengangsstrukturen geschont und gezielt versorgt werden können.

Sterilgut OP Allgemeinchirurgie Klinikum Freising
OP Allgemeinchirurgie Klinikum Freising
Sterilgut_2 OP Allgemeinchirurgie Klinikum Freising

Gefäßchirurgie

In enger Kooperation mit der interventionellen Radiologie des Klinikums Freising bieten wir ein breites Spektrum der operativen, interventionellen und konservativen Gefäßmedizin an.

  • Chirurgie der Oberschenkelschlagader
    Eingriffe an der Leistenschlagader werden oft mit Kathetereingriffen (Ballondilatation, Stentimplantation) kombiniert. Der Einsatz von körpereigenen Material verbessert die Bypassfunktion, was den Verlust des Beines verhindern kann.
  •  Eingriffe an den Unterschenkel- und Fußarterien
    Die Indikation für die Operation ergibt sich hauptsächlich bei diabetischen Gefäßveränderungen und bei Infektionen und/oder abgestorbenen Gewebeanteilen. Häufig kann hierdurch eine drohende Amputation vermieden werden.
  • Venöse Chirurgie (Krampfadern)
    Die Venenchirurgie und Chirurgie bei chronisch venöser Insuffizienz („Varizen") nimmt in unsere Klinik einen hohen Stellenwert ein und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Hierbei wird die betroffenen Vene und ggf. ihre Seitenäste über kleine Schnitte entfernt. Bei drohendem Beingeschwür („Ulcus cruris") bieten wir auch die stadiengerechte Sanierung des venösen Refluxes durch konventionelle Chirurgie an.

Unser Team der Allgemein- Viszeral- und Gefäßchirurgie

Prof. Dr. Alexander Novotny

Chefarzt
Prof. Dr. Alexander Novotny
Chirurg, Viszeralchirurg, spezielle Viszeralchirurgie

Dr. Christian Ruf

Oberarzt
Dr. Christian Ruf
Viszeralchirurg, Gefäßchirurg

Funktionsoberärztin
Dr. Valerie Nißler

Dr. Frank Schubert

Leitender Oberarzt
Dr. Frank Schubert
Chirurg, Viszeralchirurg, Proktologe, Leiter Proktologie

Dr. Sebastian Wittmann

Oberarzt
Sebastian Wittmann
Viszeralchirurg, Personaloberarzt

Dr. Shiraz Nebbo-Huber

Oberärztin
Dr. Schiraz Nebbo-Huber
Viszeralchirurgin, Koordinatorin Hernienzentrum

Team Allgemeinchirurgie Viszeralchirurgie Klinikum Freising

Kontakt und Organisatorisches

Sprechstunden

Nur nach telefonischer Vereinbarung:

Sprechstunde Privatpatienten
Montag 9.00 Uhr – 11.00 Uhr und 
Freitag 9.00 Uhr – 11.00 Uhr
 
Sprechstunde Chirurgie
Antirefluxchirurgie, Ösophagus- und Magenchirurgie, Leberchirurgie, Pankreaschirurgie
Montag 9.00 Uhr– 11.00 Uhr und 
Freitag 9.00 Uhr – 11.00 Uhr
 
Darmsprechstunde
Dienstag 9.00 Uhr bis 11.00Uhr

Proktologische Sprechstunde
Dienstag 9.00 Uhr – 11.00 Uhr

Schilddrüsensprechstunde
Mittwoch 9.00 Uhr - 11.00 Uhr

Gefäßsprechstunde
Mittwoch 13.00 Uhr – 15.00 Uhr

Herniensprechstunde
Donnerstag 9.00 Uhr – 11.00 Uhr

 

Notfälle jederzeit

Vorstellung auf Überweisung durch Chirurgen oder mit Einweisungsschein des Hausarztes.

Zentrale Notaufnahme

Sekretariat

Cornelia Blickling

Erdgeschoss, Zimmer D 012
Telefon: 08161 24-4200
Fax: 08161 24-4299

Arzt Zentrale Patientenaufnahme
Telefon: 08161 24-4455