Digitale Patientenakte auf der Intensivstation
Dienstag 16. 12. 16. Dez 2025
Nachdem in den vergangenen Monaten bereits alle Normalstationen des Klinikums Freising erfolgreich auf eine digitale Patientendatenverwaltung umgestellt wurden, ist seit Mitte November 2025 auch auf der Intensivstation und dem Intermediate-Care (IMC)-Bereich ein spezielles Patienten-Daten-Management-System (PDMS) in Betrieb. Ein PDMS ersetzt die papierbasierte Dokumentation, um die Verwaltung der riesigen Datenmengen zu erleichtern, die durch die vielen angeschlossenen medizinischen Geräte entstehen. Dementsprechend erfasst ein PDMS automatisiert Vitalparameter, Beatmungsdaten und andere klinische Daten direkt von Medizingeräten wie Monitoren und Beatmungsgeräten. Ebenso läuft die gesamte Verordnung digital.
„Ziel ist es, die Patientenversorgung zu verbessern, Fehler zu reduzieren und die Arbeit des medizinischen Personals zu unterstützen“, erklärt Oberarzt und Facharzt für Anästhesiologie Dr. René Weischenberg, der in den vergangenen zwölf Monaten die PDMS-Einführung auf der Station fachlich und organisatorisch begleitet hat. Intensive Vorarbeit hatte bereits Herr Matthias Pints, leitender Oberarzt der Anästhesie, seit 2020 geleistet. Ebenso gilt der Dank der EDV, die an den Vorbereitungen und bei der Umsetzung des Projekts stark involviert war.
Automatisierte Datenerfassung und höhere Datenqualität
„Bei einer Reanimation zum Beispiel werden alle Vitalwerte sofort automatisch dokumentiert statt das wir dies nachträglich händisch tun zu müssen“, schildert Dr. Weischenberg. Ebenso lassen sich jetzt beispielsweise Verläufe, basierend auf oft riesigen Datenmengen, bequemer betrachten statt auf Papierkurven“, stimmt Frau PD Dr. Daniela Hauer, Chefärztin der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, ihrem Kollegen zu. „Aber alle Werte, die in das PDMS einlaufen, müssen von uns selbstverständlich noch validiert werden!“ Die Qualität der Patientendaten steige deutlich an, wenngleich auch eine solche technische Lösung den Dokumentationsaufwand nicht zwangsläufig immer verringere.
Nach dem erfolgreichen Start wird laut Dr. Weischenberg die Entwicklung und der Ausbau der digitalen Patientenakte weitergehen: „Ein PDMS ist nie fertig!“ Laut Frau Dr. Daniela Hauer sei bereits kurzfristig geplant, auch Perfusoren-Daten automatisiert im PDMS zu erfassen. Ebenso möchte man künftig die Mikrobiologie strukturiert erfassen und ggf. gestützt durch ein Clinical Decision Support System (CDSS) auswerten.