Wenn jede Minute zählt: Erstes Freisinger Traumasymposium

Pressemitteilung
Donnerstag
29.10.2026
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Bei der Versorgung schwerverletzter Menschen zählt jede Minute. Wie die Rettungskette optimal funktionieren kann und welche neuen Entwicklungen es in der Versorgung von Traumapatienten gibt, stand im Mittelpunkt des ersten Freisinger Traumasymposiums am 27. Oktober 2026.

Zahlreiche Fachleute aus der Region waren der Einladung in die BRK-Rettungswache Freising gefolgt. Neben Rettungsdienstpersonal und Notärzten nahmen Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte des Klinikums Freising sowie niedergelassene Hausärzte teil. Ein hochkarätig besetztes Vortragsprogramm beleuchtete unterschiedliche Aspekte der Traumaversorgung – von der Rettungskette über E-Scooter-Unfälle bis hin zu aktuellen Entwicklungen in der Neurotraumatologie.

Organisiert wurde das Symposium von Martin Kawald, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Freising. Gastgeber war der stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführer Hubert Böck. „Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und wir haben sehr positives Feedback bekommen“, resümiert Kawald. „Insbesondere die Diskussionen im Anschluss waren interessant und lehrreich für alle Beteiligten.“ Dabei seien auch die Herausforderungen deutlich geworden, vor denen die Notfallversorgung angesichts struktureller Probleme wie der chronischen Unterfinanzierung stehe.

 

Freisinger Traumasymposium

Klinikum Freising wichtiger Partner in der Traumaversorgung

Welche Rolle das Klinikum Freising bei der Versorgung Schwerverletzter spielt, erläuterte PD Dr. Markus Neumaier, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie. Als regionales Traumazentrum gehört das Klinikum dem Traumanetzwerk München-Oberbayern Nord an, das durch gemeinsame Behandlungsstandards und eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Kliniken eine flächendeckend hochwertige Versorgung sicherstellen soll. Allein 2025 wurden am Klinikum Freising 72 Schwerverletzte nach international etablierten Standards behandelt.

Von der Leitstelle bis in den Schockraum

Bei schweren Unfällen kommt es nicht nur darauf an, wie schnell Hilfe eintrifft, sondern auch darauf, wie gut die einzelnen Stationen der Rettungskette ineinandergreifen. Maximilian Haas, Fachbereichsleiter der Integrierten Leitstelle Erding, zeigte auf, wie bereits bei der Entgegennahme eines Notrufs wichtige Informationen gesammelt und die Weichen für die weitere Versorgung gestellt werden. Einblicke in die präklinische Versorgung am Unfallort und den Transport der Verletzten gab Maximilian Thieme, Notfallsanitäter und stellvertretender Wachleiter des BRK Freising.

Wie die Versorgung nach der Ankunft im Klinikum weitergeht, erklärten Martin Kawald und Matthias Pints, Leitender Oberarzt in der Anästhesiologie am Klinikum Freising. Im Schockraum übernimmt ein interdisziplinäres Team die Versorgung der Schwerverletzten. Ziel ist es, ihren Zustand rasch zu beurteilen, sie zu stabilisieren und die weiteren Behandlungsschritte einzuleiten. Standardisierte Abläufe und eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Fachdisziplinen sind dabei entscheidend.

E-Scooter-Unfälle und neue Entwicklungen in der Neurotraumatologie

PD Dr. Michael Zyskowski, Oberarzt der Unfallchirurgie am TUM Klinikum rechts der Isar, widmete sich den E-Scooter-Unfällen. Deren Zahl ist laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2025 um 38,1 Prozent auf insgesamt 16.496 Unfälle mit Personenschaden gestiegen. Zyskowski beleuchtete typische Unfallvorgänge und Verletzungen sowie Möglichkeiten der Prävention.

Über neue Erkenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten bei Verletzungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Wirbelsäule – sogenannten Neurotraumata – berichteten Dr. Kristin Zinner und Haiko Pape vom Klinikum Freising.

Fachlicher Austausch über die Vorträge hinaus

Das erste Freisinger Traumasymposium machte deutlich, wie wichtig der Austausch über Berufs- und Fachgrenzen hinweg ist. Denn eine gute Versorgung Schwerverletzter erfordert nicht nur medizinische Expertise und eingespielte Abläufe, sondern auch eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang der Rettungskette.