Team-Werkstatt: Souverän bleiben, auch wenn es schwierig wird
Wie konstruktive und gewaltfreie Kommunikation funktioniert und was man tun kann, wenn es doch einmal hitziger zugeht als erwünscht, war Thema der gemeinsamen Team-Werkstatt der Stroke Unit und der Zentralen Notaufnahme am 26. Oktober 2026. Auf dem Programm standen ein Kommunikationstraining mit praktischen Übungen sowie eine Einführung in die Selbstverteidigung.
Gerade in der Notaufnahme gehören Stress, Zeitdruck und emotional belastende Situationen zum Arbeitsalltag. Dazu kommt, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen zunehmend mit verbaler und körperlicher Aggression konfrontiert werden. Um die Mitarbeitenden auf solche Situationen vorzubereiten, ihre Handlungssicherheit zu stärken und sie besser zu schützen, organisierte das Klinikum Freising eine Team-Werkstatt für die Schlaganfalleinheit und die Zentrale Notaufnahme.

Kommunikation beginnt mit der eigenen Wahrnehmung
Wie schnell wir andere Menschen beurteilen, zeigte eine Übung zu Beginn der Kommunikationswerkstatt: Der Dozent, ein ausgebildeter Schauspieler, betrat den Raum auf vier unterschiedliche Arten. Die Teilnehmenden sollten beobachten, welche Verhaltensweisen bei ihnen bestimmte Gefühle oder Reaktionen auslösen. Dabei wurde deutlich, wie stark die eigene Wahrnehmung von persönlichen Erfahrungen und Interpretationen geprägt ist – und wie leicht wir unsere Einschätzung einer Situation für eine objektive Tatsache halten.
Eine weitere Übung nannte sich „Shit- und Hit-Parade“. Dabei sammelten die Mitarbeitenden sowohl negative als auch positive Erfahrungen aus der Kommunikation am Arbeitsplatz. Ziel war es, das gegenseitige Verständnis zu fördern, Kommunikationsmuster zu erkennen und gemeinsam Ansätze für einen konstruktiven Umgang miteinander zu entwickeln.
Selbstschutz und Deeskalation in der Praxis
Auch der Umgang mit körperlicher Aggression war Teil der Team-Werkstatt. Ein Selbstverteidigungskurs schulte für den Umgang mit körperlicher Aggression und für eine frühe Deeskalation. Ein Kampfkunsttrainer vermittelte den Mitarbeitenden grundlegende Techniken der Selbstverteidigung und zeigte, wie sie sich in bedrohlichen Situationen schützen können. Dabei stand nicht die körperliche Auseinandersetzung im Vordergrund, sondern die Fähigkeit, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu reagieren und nach Möglichkeit zu deeskalieren.
Die Team-Werkstatt zeigte, wie wichtig eine konstruktive Kommunikation und der professionelle Umgang mit Konflikt- und Gefahrensituationen ist. Denn wer auch unter Druck souverän handeln kann, trägt nicht nur zur eigenen Sicherheit, sondern auch zu einem guten Miteinander bei.