Erolgreicher Corona-Massentest im Klinikum Freising

Freitag 17. 7. 17. Jul 2020

Gute Nachrichten konnten an diesem Freitag das Klinikum Freising und das Landratsamt Freising verkünden: Beim Massentest der Klinikums-Belegschaft fand sich lediglich bei einer Mitarbeiterin das SARS-CoV-2 Virus. Sie arbeitet bei der Klinikums-Dienstleistungstochter Medtralog und wurde bereits am Donnerstagmorgen informiert. Sie befindet sich in Quarantäne. Insgesamt hatten sich am vergangenen Dienstag 613 Mitarbeiter des Klinikums Freising freiwillig dem SARS-CoV-2-Test unterzogen. Hinzu kommen Mitarbeiter, die zeitgleich einen Abstrich privat beim Hausarzt oder nachträglich beim Betriebsarzt bekommen haben. Insgesamt wurden damit rund 650 Klinik-Mitarbeiter untersucht, was rund 70 Prozent der Belegschaft entspricht.

Zusatztests für Patienten und kurzzeitige Sperrung des Klinikums Freising

Patienten wurden nicht getestet, da dies bereits bei der stationären Aufnahme geschieht bzw. Patienten mit zeitlich planbaren Eingriffen nicht ohne ein aktuelles Attest das Krankenhaus betreten dürfen. Um dennoch jedes Risiko auszuschließen, dass in den letzten Tagen Infektionen über Besucher ins Klinikum gekommen sein könnten, werden aktuell nochmals sämtliche stationär untergebrachten Patienten getestet. In diesem Zusammenhang werden Patientenbesuche heute und am kommenden Wochenende außer auf der Palliativstation sowie in der Geburtshilfe vorübergehend untersagt sein.

Gute Zusammenarbeit bei der Test-Organisation

Den Massentest der Belegschaft hatten der Landkreis Freising und die Klinikumsleitung vergangene Woche beschlossen, nachdem es in der Onkologischen Abteilung des Klinikums Freising zu einem Ausbruch von COVID-19 gekommen war. Zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter sollte dieser helfen, ggf. weitere Infektionsfälle zu identifizieren, sowie generell belastbare Daten über die sogenannte Durchseuchung zu liefern. Bei der aufwändigen Organisation der Aktion am vergangenen Dienstag erhielt das Klinikum Freising Unterstützung aus dem Landratsamt, vom THW, den Johannitern und vom BRK. Alle Beteiligten lobten die gute und professionelle Zusammenarbeit, wodurch eine schnelle und koordinierte Umsetzung der Tests möglich war.

„Die aktuellen Ereignisse im Klinikum Freising haben uns sehr belastet, denn über viele Wochen und Monate war es uns während der Pandemie vorbildlich gelungen, trotz zahlreicher infizierter Patienten weitere Ansteckungen zu verhindern", sagt Interimsgeschäftsführerin Maren Kreuzer. Die Mitarbeiter hätten Außerordentliches geleistet und sehr professionell gearbeitet. Der aktuelle Massentest habe dies eindrücklich bestätigt. Dass sich dennoch in kurzer Zeit mehrere Patienten und Pflegekräfte infiziert hätten, zeige laut Dr. Markus Neumaier, Ärztlicher Direktor des Klinikums Freising, wie schwierig das Virus trotz aller strengen Hygienemaßnahmen zu kontrollieren sei: „Tests geben uns immer nur Momentaufnahmen und nie eine absolute Sicherheit. Wir haben es sogar öfter erleben müssen, dass mehrfach negativ getestete Patienten plötzlich positiv wurden."

Lokale Ausbrüche werden alle Kliniken begleiten

Die Klinikumsleitung mahnt daher dringend alle Mitarbeiter, aber auch die Bevölkerung, bei den Hygienemaßnahmen nicht nachzulassen, selbst wenn es vermeintlich so scheint, als sei die Pandemie überstanden. „Wir gehen davon aus, dass das Corona Virus uns noch sehr lange begleiten wird", deutet Interimsgeschäftsführerin Maren Kreuzer an. Lokale Ausbrüche in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen werden in den kommenden Wochen und Monaten die Normalität sein. Gerade für Kliniken in sogenannten Hot Spots bedeutet dies einen erheblichen organisatorischen Aufwand sowie eine hohe Belastung für die Mitarbeiter. Maßnahmen wie die Verlegung von Patienten, eine angeordnete Quarantäne für Mitarbeiter bis hin zu kurzzeitigen Reduzierungen der medizinischen Kapazitäten bei einem COVID-19-Infektionsfall werden sich dabei nicht immer vermeiden lassen. „Dies ist kein Zeichen für eine mangelnde Hygiene oder Sorglosigkeit in den Kliniken, sondern zeigt, wie schwierig es ist, dieses Virus zu bekämpfen, zumal es keinen Impfstoff gibt".