Ein Schirmchen gegen den Schlaganfall

Montag 26. 11. 26. Nov 2018

Ein „Schlaganfall unklarer Ursache" ist definiert als ein Schlaganfall ohne bestehendem Vorhofflimmern oder einer Arteriosklerose der hirnversorgenden Gefäße. Beinahe jeder zweite Patient mit einem solchen Schlaganfall unklarer Ursache hat ein Persistierendes Foramen Ovale. Dass hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht, ist spätestens dann hochwahrscheinlich, wenn Blut vom rechten in den linken Herzvorhof übergetreten ist und somit eine sogenannte gekreuzte Embolie möglich ist. Um einen weiteren solchen Schlaganfall zu verhindern, setzte man bislang vorwiegend auf eine medikamentöse Behandlung zur Blutverdünnung. Laut Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Freising, gibt es mit dem sogenannten PFO-Verschluss (Schirmchenverschluss) auch ein interventionelles Verfahren. Erkenntnisse neuer Studien haben dazu geführt, dass die Fachgesellschaften für Kardiologie und Neurologie dem PFO-Verschluss gegenüber einer langjährigen Blutverdünnung den Vorrang geben. Er hilft weitere Schlaganfälle effektiver verhindern und macht gerade bei jungen Patienten eine langjährige Blutverdünnung unnötig.

Das Klinikum Freising wird künftig diesem Ansatz bevorzugen und hat kürzlich den ersten PFO-Verschluss erfolgreich vorgenommen. Durch die Integration der Neurologie in der Kardiologischen Abteilung im Klinikum Freising sind hierfür beste Voraussetzungen gegeben. „Wir schätzen, dass wir jährlich zehn bis fünfzehn Patienten haben, für die ein PFO-Verschluss in Frage kommen", berichtet Dr. Brückl. Der Eingriff ist schonend und befreit die Betroffenen davon, ein Leben lang blutverdünne Medikamente einnehmen zu müssen. Ansprechpartner am Klinikum sind der Neurologe Dr. Hofer und der Kardiologe Dr. Wagner.

PFO-Verschluss bei Schlaganfall Experten Dr.Stephan Hofer Chefarzt Roland Brückl Dr. Jannis Wagner Klinikum Freising

Von links: Oberarzt Dr. Stephan Hofer (Neurologe), Chefarzt Kardiologie Dr. Roland Brückl und Oberarzt Dr. Jannis Wagner (Kardiologe). Quelle: Klinikum Freising