Coronavirus-Pandemie im Landkreis Freising - Die Lage Mitte April

Freitag 17. 4. 17. Apr 2020

Mehr Genesene und weniger Neuerkrankungen im Landkreis - so lautet die Bilanz, die jetzt Barbara Engelhardt vom Gesundheitsamt Freising für die vergangenen Tage zog. Auf der wöchentlichen Pressekonferenz des Landratsamts Freising am gestrigen Donnerstag warnte sie jedoch vor zu viel Optimismus. Niemand könne sagen, wie sich in den kommenden Wochen die beschlossenen Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen in Bayern auf die Entwicklung der Infektionszahlen auswirken werden.

Lage im Klinikum Freising unverändert

Zuletzt waren im Landkreis Freising 843 Coronavirus-Fälle bestätigt; 508 Menschen sind wieder genesen. 29 Menschen sind an oder mit COVID-19 verstorben. Was die im Klinikum Freising Verstorbenen betrifft, so waren alle über 75 Jahre alt, berichtete der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier. Aktuell sei die Lage auf den Isolier- und Intensivstation „stabil" mit zwischen 50 und 60 mittelschwer bis schwer erkrankten Patienten. Von ihnen liegen elf auf der Intensivstation, sieben von diesen müssen beatmet werden. „Es sind auch Jüngere darunter, die eine Beatmung brauchen," so Neumaier. „Ihre Genesungschancen sind aber gut."

Verantwortliche sehen eine gute Materialversorgung im Landkreis

Hinsichtlich der Beatmungsplätze im Klinikum gebe er derzeit kein Kapazitätsproblem, und auch das Schutzmaterial sei bisher nicht ausgegangen, so Dr. Neumaier. „Die Versorgung mit Schutzmaterial durch die Beschaffung des Landratsamtes und die Logistik des THW funktionieren sehr gut", betonte auch der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Georg Miedl, nachdem ein einzelner Arzt über die Medien dies in Frage gestellt hatte. Dieser Arzt sei mit Material selbst sehr gut versorgt worden.

THW lobt gute Zusammenarbeit im Landkreis

Voll des Lobes war Michael Wüst, Ortbeauftragter des THW Freising: „Es gelingt ganz hervorragend, die Auslieferungen und Anforderungen zu bedienen. Natürlich gibt es Dinge, die wir wegen der Marktlage manchmal nicht bekommen. Hier bewährt sich aber etwas, was es bayernweit sonst vielleicht gar nicht so gibt: Der enge Austausch zwischen Landratsamt, THW und den anderen Hilfsorganisationen, sagte Wüst. „Das Landratsamt hat sehr früh erkannt, dass es nötig ist, Schutzmaterial selbst zu beschaffen." Teile kommen auch über den Bund und das Land, dies sei aber eben längst nicht ausreichend.

Das Freisinger THW liefert das Schutzmaterial an 93 bevorrechtigte Empfänger im Landkreis wie etwa Ärzte, Klinikum, Alten- und Pflegeheime aus. Zweimal pro Woche ist das THW dazu mit bis zu fünf Fahrzeugen unterwegs. In den vergangen drei Wochen haben die Kräfte so 3766 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. Ein Einsatz, der vor allem wegen seiner Dauer mit einem Hochwasser nicht vergleichbar sei, so Wüst. Für diese enorme Leistung bedankte sich Landrat Josef Hauner ausdrücklich beim THW.

Versorgungsarzt Bardenheuer sieht Ärzte im Landkreis ausreichend versorgt

Zufrieden zeigte sich auch Dr. Mark Bardenheuer, der als Versorgungsarzt im Landkreis tätig ist. Die ärztliche Versorgung der Bevölkerung sei – selbst falls es zu Ausfällen von Praxen käme – gesichert. Von den Alten- und Pflegeheimen sei bisher weiterhin nur eines betroffen, berichtete Landrat Josef Hauner auf der Pressekonferenz. Die Situation habe sich bei dem Heim in Au seit der vergangenen Woche nicht wesentlich verändert. In vier Asylunterkünften gebe es aktuell vereinzelte Coronafälle: In je einer Unterkunft in Attenkirchen sind es vier, in Fahrenzhausen zwei und auch in Freising zwei Fälle. In einer Unterkunft in Eching gibt es einen Fall.

 

(Beitrag basiert auf der Pressemitteilung des Landratsamts Freising)