Coronavirus-Pandemie im Landkreis Freising - Die Lage Anfang April

Freitag 3. 4. 3. Apr 2020

Im Klinikum spüre man inzwischen eine „deutliche Belastung" der Mitarbeiter, doch seien diese auch „hochmotiviert", berichtete der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier bei der wegen der eingehaltenen Abstände großen Runde im Landratsamt. „Bisher ist nur ein einziger Mitarbeiter positiv getestet worden – was ein guter Wert für ein Klinikum ist." Schutzkleidung sei je nach Artikel noch für ein bis vier Wochen ausreichend vorhanden. Für Spenden aus der Bevölkerung als auch für die Beschaffungen durch die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) bedankte sich Neumaier herzlich. So verfügt das Klinikum aktuell über 12 reguläre Beatmungsplätze und vier Notfallgeräte. Über die FüGK werden derzeit noch drei Beatmungsgeräte beschafft, fünf weitere sind angefragt. Aktuell befinden sich 67 COVID-19-Patienten im Klinikum, 13 davon auf der Intensivstation, 11 werden von ihnen werden beatmet.

Landrat Josef Hauner betont Rolle der FüGK

„Ohne dass die FüGK – und dort vor allem Mitarbeiter Florian Brunnbauer – bei der Beschaffung von Material aktiv ist, wäre es nicht möglich die Ärzteschaft und das Klinikum ausreichend zu versorgen", betonte Landrat Josef Hauner. Pflegeheime, bei denen grundsätzlich der jeweilige Betreiber verantwortlich ist, erhalten ebenfalls Unterstützung durch das Landratsamt. So ist auch das Heim der AOK in Moosburg, in dem laut Medien Pflegekräfte zuletzt ohne Schutz gearbeitet haben sollen, vom Landratsamt beliefert worden, stellte der Landrat klar.

Neue Leiterin des Gesundheitsamts Freising

Bei der Pressekonferenz waren außerdem zwei neue Mitstreiter des Corona-Krisenstabs vertreten: Die neue Leitung des Gesundheitsamtes Dr. Kathrin Mariß-Heinrich stellte sich vor, sie übernimmt die Stelle von Vorgänger Dr. Lorenz Weigl. Christine Setzepfandt hatte die Leitung zwischenzeitlich kommissarisch inne. Georg Miedl vom Ärztlichen Kreisverband Freising begrüßte den neuen Versorgungsarzt für den Landkreis Freising: Dr. Mark Bardenheuer ist unmittelbar an die Katastrophenschutzbehörde angebunden. Seine Aufgaben bestehen unter anderem darin eine ausreichende Versorgung mit ärztlichen Leistungen zu koordinieren und so die ärztliche Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Gerade durch die Lieferung von Schutzmaterial durch den Landkreis könnten die niedergelassenen Ärzte weiterarbeiten, bekräftigte Miedl.

Flächendesinfektionsmittel für den Landkreis

Kreisbrandrat Manfred Danner sprach als Örtlicher Einsatzleiter sein Lob an die Einsatzkräfte aus, die vor allem ehrenamtlich agieren. Feuerwehr und THW hatten in der vergangenen Woche 1000 Flächendesinfektionsmittel für den Landkreis selbst hergestellt und verteilt, noch in dieser Woche sollen weitere 2000 Liter folgen. „Wir haben derzeit aber keine typische Feuerwehrlage", sagte Danner. Zurzeit hänge es vor allem an den Menschen in weißer Kleidung.

Dank an die Masken-Näherinnen

Einen besonderen Dank an die fleißigen Masken-Näherinnen und -Näher im Landkreis überbrachte in der Runde schließlich noch Karoline Schatz, Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. 630 Freiwillige hätten sich bereits gemeldet, um mehrere Stück eines einfachen Mund-Nasen-Schutzes anzufertigen. Der entsprechende Vliesstoff ist von der Feuerwehr Marzling zugeschnitten worden und wird nun verteilt. Hintergrund der Aktion ist die Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger, der den Maskenstoff den Landkreisen zur Verfügung stellt.

 

(Beitrag basiert auf der Pressemitteilung des Landratsamts Freising)