Coronavirus-Patienten ohne starke Symptome dürfen sich zu Hause auskurieren

Dienstag 10. 3. 10. Mär 2020

Ende letzter Woche war die Zahl der im Klinikum Freising stationär versorgten Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion auf 17 angestiegen. Da weitere Aufnahmen in größerer Zahl im Gespräch waren, beschloss das Klinikum, zusätzlich zur bisherigen Isolierstation einen zweiten Gebäudetrakt freizustellen, um Platz für mindestens 20 weitere Patienten vorzuhalten.

14 Patienten in häusliche Quarantäne gewechselt

Ein aktueller Erlass des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege konnte die Lage nun wieder etwas entspannen. Danach ist es ab sofort möglich, dass Patienten ohne Symptome und Risikofaktoren in die häusliche Isolierung wechseln können. Voraussetzung ist, dass ein Patient kooperiert und die privaten Lebensumstände einen Verbleib zu Hause gestatten. So kann beispielsweise ein Infektionsrisiko für weitere, im Haushalt lebende Personen gegen eine Entlassung sprechen. Nach einem ausführlichen medizinischen Aufklärungsgespräch konnten am Montagnachmittag 14 Patienten nach Hause entlassen werden.

Auch neu Infizierte müssen laut Erlass künftig nicht mehr zwingend ins Klinikum, wenn sie nur „leicht erkrankt" oder symptomfrei sind. Diese Entscheidung hängt aber letztlich von der Bewertung durch Ärzte und Gesundheitsamt ab. Ebenso sollte künftig eine vorherige Rücksprache mit dem Klinikum erfolgen, falls eine Einweisung durch das Gesundheitsamt geplant ist. Allerdings präsentieren sich auch viele Personen trotz aller Mahnungen, nicht direkt ins Klinikum zu kommen, trotzdem in der Notaufnahme und müssen dann gepüft werden.

Isolierstation im Klinikum Freising

Trotz der Entlassung der meisten Coronavirus-Infizierten kann aktuell keine Entwarnung gegeben werden. Vielmehr bleibt das Klinikum Freising mit seiner eigens eingerichteten Isolierstation in Bereitschaft, denn täglich melden sich weitere Menschen mit Verdacht auf eine Infektion. So wurden in den letzten Tagen auch neue positiv getestete Erkrankte oder dringende Verdachtsfälle stationär aufgenommen, da sie deutliche Symptome zeigen und Risikofaktoren besitzen. Letztere müssen isoliert werden, bis die Testergebnisse vorliegen. Aktuell befinden sich acht Personen auf der Isolierstation.

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