Coronavirus-Patient - Klinikum Freising und Behörden im engen Austausch

Montag 2. 3. 2. Mär 2020

Das Freisinger Krankenhaus und das Gesundheitsamt Freising waren gut auf den Ernstfall vorbereitet. Die räumliche Abschottung von Patienten sei „inzwischen Routine für uns. Schließlich werden derzeit auch schwere Influenza-Erkrankte behandelt, die isoliert werden müssen", so Dr. Neumaier auf der vom Landratsamt Freising einberufenen Pressekonferenz am vergangenen Sonntagnachmittag. „Wir sind vom Gesundheitsamt sehr gut vorbereitet worden. Es gab auch bereits Testläufe für den Fall, dass jemand im Landkreis an dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) erkrankt."

Die Familienmitglieder des Infizierten wurden ebenfalls auf das Virus getestet. Hier hat sich mittlerweile bestätigt, dass ein weiteres Familienmitglied infiziert ist. Die Ehefrau des Infizierten, die im Zollinger Kindergarten „Kleine Strolche" arbeitet, ist hingegen negativ getestet worden. Dennoch bleibt der Kindergarten „Kleine Strolche" in Zolling vorsorglich in der kommenden Woche geschlossen. „Dabei geht es um den Schutz einer besonders schützenswerten Gruppe – von Kindern", sagte Christine Setzepfandt, Leiterin des Gesundheitsamts Freising. „Wir haben sofort Kontakt zur Gemeinde Zolling und zum Kindergarten aufgenommen, damit auch die Eltern rechtzeitig informiert sind", sagte Landrat Josef Hauner. „Ich hoffe, dass sich im Lauf der Woche herausstellt, dass eine Woche Schließung reicht."

Am späten Samstagabend war die Meldung eines positiven Befundes beim Gesundheitsamt Freising eingegangen. Der Infizierte hatte entsprechende Krankheitssymptome gezeigt und sich daraufhin telefonisch an einen niedergelassenen Arzt gewandt. Dieser bestellte den Mann am Ende seiner Praxiszeit ein und führte den Test unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen durch. Das Gesundheitsamt informierte sofort die Task-Force Infektiologie und organisierte noch in der Nacht zum Sonntag den Transport des Mannes ins Krankenhaus. „Vielen Dank an dieser Stelle ans Klinikum, dass das so komplikationslos und schnell gegangen ist", sagte Frau Setzepfandt.

Der Mann hatte sich in der vorvergangenen Woche in Köln aufgehalten und dabei engen Kontakt zu einer Person aus dem Landkreis Heinsberg gehabt, wo es bereits viele Corona-Fälle gab. „Das ist die wahrscheinliche Quelle der Infektion." Seit Samstagabend laufen die Ermittlungen des Gesundheitsamtes auf Hochtouren. „Wir ergreifen sofort alle Maßnahmen, die erforderlich sind", so Hauner. Seither werden die Kontaktpersonen des Erkrankten ermittelt, kategorisiert, priorisiert und gegebenenfalls getestet, so Setzepfandt. Großes Lob zollte der Landrat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Gesundheitsamt und Klinikum, die derzeit Leistungen erbrachten, die „über das normale Maß hinausgehen". Am Gesundheitsamt gibt es seit Ende Januar einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst.

Unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklungen „werden wir von Tag zu Tag neu entscheiden, welche Maßnahmen getroffen werden müssen", sagte Landrat Hauner abschließend.

 

Hinweis: Um die Persönlichkeitsrechte betroffener Menschen und die ärztliche Schweigepflicht zu wahren, können keine weiteren Informationen über Kontaktpersonen der Infizierten gegeben werden – ebenso wie über Personen, die sich in Quarantäne befinden. Seit Samstagabend werden die Kontaktpersonen des Erkrankten ermittelt, kategorisiert, priorisiert und gegebenenfalls getestet. Das Gesundheitsamt ist derzeit in voller Aktion und besetzt zudem rund um die Uhr einen Bereitschaftsdienst.

Selbstverständlich steht das Gesundheitsamt Freising hinter den Empfehlungen des Kultusministeriums für Schüler, die sich in den Ferien in Risikogebieten aufgehalten haben. Wie lange diese Schüler nun zu Hause bleiben sollen, muss das Kultusministerium entscheiden.