Wenn das Herz in Gefahr ist

Mittwoch 5. 2. 5. Feb 2020

„Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihr Herz erkrankt ist", warnte Chefarzt Dr. Roland Brückl in seinem Vortrag zur Herz-Kreislauf-Prävention im Bürgersaal Langenbach. Häufiges Herzrasen, Herzstolpern oder eine schnell auftretende Kurzatmigkeit bei Belastungen könnten gerade bei älteren Menschen deutliche Warnhinweise sein, dass eine Herzschwäche vorliege und im Extremfall ein Infarkt drohe. „Sie dürfen solche Probleme nicht auf die leichte Schulter nehmen oder sie einfach nur dem Alter zuschreiben!", ermahnte Dr. Brückl die rund 90 Zuhörer. Diese waren kürzlich auf Einladung des Arbeitskreises 55Plus und der Seniorenarbeit des Pfarrverbandes Langenbach-Oberhummel gekommen, um sich über aktuelle Gesundheitsthemen zu informieren. Organisiert hatten die Veranstaltung die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Traudl Strejc, und der Seniorenreferent im Gemeinderat Dr. Elmar Ziegler. Grußworte gab es zudem von Langenbachs 1. Bürgermeisterin Susanne Hoyer.

Diagnostik und Behandlung von Herzerkrankungen

Nur eine ärztliche Untersuchung kann bei Herzbeschwerden Klarheit schaffen, erklärte Dr. Brückl. Dazu stehen heute eine Vielzahl an Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung: Von einer Ultraschalluntersuchung des Herzens (EKG) über eine Untersuchung der Blutwerte oder eine Röntgenaufnahme der Lunge bis hin zur Diagnostik der Herzinsuffizienz durch eine Herzkatheter-Untersuchung oder einen Funktionstest der Lunge. Sie alle können Aufschluss geben, wie gut der Herzmuskel noch arbeitet und ob beispielsweise die Herzkranzgefäße das Organ ausreichend durchbluten. Sollte sich dann ein Herzproblem bewahrheiten, gebe es eine ganze Reihe erprobter medizinischer Verfahren und Eingriffe, wie zum Beispiel die mechanische Aufweitung verstopfter Blutgefäße, ein Vorhofohrverschluss oder den Herzschrittmacher.

Gesunder Lebensstil schützt das Herz

Vor allem aber betonte der Experte, dass viele Herzprobleme auf einen falschen Lebensstil zurückzuführen sind. So gilt ein zu hoher Blutzuckergehalt als einer der größten Risikofaktoren. In einer angeregten Frage- und Diskussionsrunde ermutigte er daher die Senioren, auch im Alter auf eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung zu achten. Selbst wenn man bereits einen Infarkt erlitten habe, sollte man sich nicht zu sehr schonen, sondern aktiv bleiben. Bei jeder merklichen gesundheitlichen Veränderung sollte man sofort reagieren und auch den Notruf nicht scheuen.

Von links: Dr. Roland Brückl, Chefarzt Kardiologie und Pneumologie des Klinikums Freising, Traudl Strejc, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Langenbach, Dr. Elmar Ziegler, Seniorenreferent im Gemeinderat Langenbach. Foto: Klinikum Freising.