Klinikum Freising stellt sich den Herausforderungen

Samstag 8. 6. 8. Jun 2019

Zwar konnte ein Zuwachs bei den Umsatzerlösen von rund 1,2 Mio. Euro bzw. knapp zwei Prozent verbucht werden, jedoch reichte dieser nicht aus, um die entstandenen Personalkostensteigerungen von rund 1,8 Mio. Euro bzw. 4,4 Prozent zu kompensieren. Zudem kam auch am Klinikum Freising die im Gesundheitswesen allgegenwärtige Problematik des Fachkräftemangels zum Tragen, welche zu phasenweisen Kapazitätseinschränkungen sowie zu zusätzlichen Kosten für externe Leihkräfte führte. Ebenso mussten aus Sondereffekten erhöhte Rückstellungen getätigt werden. Hinzu kamen einige leistungsschwache Monate v.a. gegen Jahresende, wodurch das zuletzt unterjährig in 2018 prognostizierte Ergebnis von -100.000 Euro nicht erreicht werden konnte. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2017 erzielte das Klinikum noch ein ausgeglichenes Jahresergebnis.

Jedes zweite Klinikum in Bayern mit Defizit

Nach einer Umfrage der Bayerischen Krankenhausgesellschaft unter den bayerischen Kliniken im Dezember 2018 bleibt die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser weiter angespannt: Annähernd jedes zweite Krankenhaus in Bayern gab an, das Geschäftsjahr 2018 defizitär abzuschließen, wobei die Zukunftsprognose weiterhin negativ eingeschätzt wird. Die Zahl der stationär behandelten Patienten im Klinikum Freising lag im Geschäftsjahr 2018 mit rund 19.000 in etwa auf Vorjahresniveau, im ambulanten Bereich kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem leichten Zuwachs von ca. zwei Prozent auf rund 21.000 Patienten. Weitere Fakten rund um das Geschäftsjahr 2018: Die durchschnittliche Verweildauer ging von 5,5 Tagen in 2017 auf 5,4 Tage leicht zurück. Die durchschnittliche Belegung war ebenfalls rückläufig und lag bei rund 76 Prozent (2017: 79 Prozent). Die Geburtenzahl pendelte sich 2018 mit 945 Geburten erwartungsgemäß wieder auf dem Niveau der Vorjahre ein.

Gut behauptet trotz schwieriger Rahmenbedingungen

„Es gelang uns leider nicht vollständig, die für 2018 gesetzten Ziele zu erreichen, da die gestiegenen Kosten insgesamt nicht über die Krankenhauserlöse kompensiert werden konnten", sagte Andreas Holzner, Geschäftsführer der Klinikum Freising GmbH. „Für unsere
Patienten konnten wir jedoch als verlässlicher Gesundheitsdienstleister vor Ort durchgängig eine gute medizinische Versorgungsqualität anbieten", so Holzner weiter. „Unter schwierigen Rahmenbedingungen hat sich unser Klinikum gut behauptet. Für den Landkreis Freising ist eine leistungsstarke Krankenversorgung von hoher Bedeutung", sagte Landrat Josef Hauner, Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Über eine Million Euro Investitionen

Im Jahr 2018 wurden rund 1,1 Mio. Euro an Investitionen getätigt. Schwerpunkte lagen dabei unter anderem im Bereich der Informationstechnologie und in der Anschaffung moderner Geräte, wie der Erneuerung eines weiteren volldigitalen Röntgenarbeitsplatzes in der Radiologie, dem Kauf moderner schnurloser Wehenschreiber in der Geburtshilfe (CTGs), der Einführung eines Verfahrens zur Gefäßdarstellung in der Kardiologie (Optische Kohärenz-Tomographie) sowie der Anschaffung weiterer neuer Patientenbetten.

Neben der Erneuerung seiner Ausstattung erweiterte das Klinikum auch sein Leistungsspektrum, z.B. durch die Etablierung moderner Verfahren in der Kardiologie. Durch die gute Integration der Neurologie in die Kardiologische Abteilung am Klinikum Freising bestehen beste Voraussetzungen für die Schlaganfallprophylaxe. In diesem Zusammenhang werden seit 2018 mit dem Vorhofohrverschluss und dem sog. PFO-Verschluss zwei moderne, interventionelle Verfahren eingesetzt, die Patienten mit entsprechendem Krankheitsbild noch mehr Sicherheit vor Schlaganfällen bieten.

Bereitschaftspraxis am Klinikum bewährt sich

Die im April 2018 in Betrieb genommene Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) am Klinikum Freising wird von der Bevölkerung gut angenommen und konnte zu einer Entlastung der stark genutzten Notaufnahme des Klinikums beitragen. „Trotz der stetig schwieriger werdenden gesundheitspolitischen und gesundheitsökonomischen Rahmenbedingungen stellt sich das Klinikum Freising im laufenden Jahr 2019 weiterhin den Herausforderungen, um seinem Versorgungsauftrag, der Landkreisbevölkerung eine hohe medizinische Qualität anbieten zu können, gerecht zu werden", führte Geschäftsführer Holzner aus. „Den wichtigsten Anteil daran tragen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihrer Einsatzbereitschaft und Qualifikation tagtäglich die bestmögliche Versorgung unserer Patienten sicherstellen. Ihnen gilt mein persönlicher Dank."