Hilfe bei starkem und chronischem Knieschmerz

Freitag 7. 6. 7. Jun 2019

Verletze Bänder, Risse im Meniskus, Knorpelschäden, Entzündungen, die Degeneration im Alter, Leistungssport –Knieschmerzen sind heute weit verbreitet und haben viele Ursachen. „Knie sind beispielsweise besonders häufig von Arthrose betroffen", berichtete am vergangenen Dienstag PD Dr. Markus Neumaier, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Freising, im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Medizin Dialog".

Kniebeschwerden haben viele Ausprägungen

Auf der mit über 120 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung im Hörsaal des Klinikums riet PD Dr. Markus Neumaier, sich bei starken und anhaltenden Knieschmerzen immer erst umfassend untersuchen und beraten zu lassen, bevor man Maßnahmen und Therapien gegen den Knieschmerz beginnt: „Jeder Patient hat seine ganz eigene Vorgeschichte". Im Ergebnis könne es durchaus sein, dass kein operativer Eingriff nötig ist, sondern sich Kniebeschwerden bereits mit einer „konservativen Behandlung" mit Medikamenten, Akupunktur, durch eine Schmerztherapie oder Eigenblutbehandlung lindern lassen. Zudem könne jeder durch allgemeine Vorbeugemaßnahmen etwas gegen den Schmerz tun: „Übergewicht und mangelnde Bewegung sind schlecht für das Knie. Der Knorpel im Gelenk wird zu stark belastet bzw. baut sich bei mangelnder Bewegung ab".

Wenn der Knorpel im Knie fehlt

Hören die starken Knieschmerzen trotz Behandlung aber nicht mehr auf, weil kaum noch Knorpel das Kniegelenk „schmiert", so muss man über einen operativen Eingriff nachdenken. Auch hierbei gebe es laut PD Dr. Markus Neumaier diverse Verfahren, die im Ergebnis auf eine Vermehrung des Knorpels abzielten. Die Erfolgsquoten seien aber individuell sehr verschieden; Neuere Ansätze wie zum Beispiel die Herstellung von Ersatzknorpel im Reagenzglas bräuchten noch etwas Zeit in der Praxis, bevor man sie breiter einsetzen sollte.

Sorgfältige Abklärung vor dem Einbau von Knieprothesen

In letzter Instanz bleibt schließlich noch die Implantierung einer Knieprothese. PD Dr. Markus Neumaier betonte, dass auch vor einem solchen Eingriff eine individuelle Untersuchung erfolge, um genau zu klären, ob und wie operiert werden muss. Dabei werde auch geprüft, ob ein Patient beispielsweise Allergien gegen bestimmte Materialien hat. Ratsam sei es auch, Kliniken zu wählen, die jährlich in größerer Fallzahl Prothesen einbauen. Denn dort seien Experten im Einsatz, die viel praktischer Erfahrung hätten. „Wir verwenden zudem nur praxiserprobte Prothesen, die alle im Team kennen, und überlassen neue oder experimentelle Produkte ganz den Universitätskliniken und der Forschung".

Dass Knieprothesen eine bewährte Option sind, belegen Statistiken, nach denen eine überwiegende Mehrheit der Patienten mit ihrer Prothese zufrieden ist. Eine Erfolgsgarantie kann es aber auch hier nicht geben, denn zu verschiedenen sind die Menschen und Befunde. Und manchmal muss man einfach Geduld haben: „Es kann bei manchen Menschen ein Jahr dauern, bis ihr künstliches Kniegelenk schmerzfrei und problemlos funktioniert".

Die Vortragsreihe "Medizin Dialog" richtet sich an Patienten, Interessenten und Mitarbeiter des Klinikums Freising. In ihr werden medizinische Themen verständlich erläutert.

Jahresprogramm 2019 "Medizin Dialog"

 

 

Vortrag Knieschmerz Klinikum Freising

Der Vortrag zum Thema Knieschmerz am Klinikum Freising stieß auf großes Interesse. Foto: Klinikum Freising