Montag, 2. Oktober 2017
„Stillen schafft Nähe“: Interview und Infos zur Weltstillwoche aus dem Klinikum Freising
Das Team der Freisinger Gynäkologie und Geburtshilfe unterstützt die Weltstillwoche

Die erste Oktoberwoche ist die so genannte Weltstillwoche. Das Klinikum Freising unterstützt die Aktion, die auf den gesundheitlichen Nutzen des Stillens hinweist, mit Infos rund um das Thema.

Die erste Oktoberwoche ist die so genannte Weltstillwoche. Sie fand erstmals 1991 statt und wurde als größte weltweite Kampagne von Organisationen, welche das Stillen fördern und unterstützen, darunter die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF, ins Leben gerufen. Das diesjährige Motto lautet „Stillen fördern – gemeinsam“. Am Klinikum Freising, wo im vergangenen Jahr 961 Kinder geboren wurden, entschieden sich 95 Prozent der Mütter, das Neugeborene zu stillen. Wie gut der Bindungsaufbau zwischen dem Neugeborenen und den Eltern gelingt und wie gut der Stillerfolg in den Monaten nach der Geburt ist, hängt dabei auch von der Kompetenz des Teams ab, das die werdenden Eltern betreut. Am Klinikum Freising unterstützen die Ärztinnen und Ärzte der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe gemeinsam mit den Still- und Laktationsberaterinnen, den Hebammen, den Kinderkrankenschwestern und Krankenschwestern die Eltern. Die Kinderkrankenschwestern Cornelia Zapf und Claudia Petermichl, die zusätzlich auch Laktationsberaterin am Klinikum Freising ist, erklären, warum Stillen nicht nur gesund, sondern auch ökologisch sinnvoll ist.

Frau Petermichl, Frau Zapf, welche Vorteile hat es, ein Baby zu stillen?

„Stillen hat viele Vorteile, nicht nur für das Baby sondern auch für die Mutter. Leidet die Mutter beispielsweise an Diabetes, so sind die Blutzuckerwerte in der Stillzeit stabiler. Bei aufgetretenem Schwangerschaftsdiabetes sinkt das Risiko, später an Diabetes zu erkranken. Außerdem findet die junge Mutter leichter wieder zu ihrer Form, da sich ihr Kalorienverbrauch erhöht. Nicht zuletzt entsteht eine große emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.“

Welchen Stellenwert hat das Stillen direkt nach der Geburt?

„Die ersten zwei Stunden im Leben eines Neugeborenen sind eine sehr sensible und prägende Phase. Das Baby wird mit sehr vielen neuen Eindrücken konfrontiert, etwa Temperaturunterschiede und Berührungen. Gleichzeitig setzen unglaubliche Veränderungen im Körper ein. Am Klinikum Freising befinden sich die Eltern in den ersten zwei , drei Stunden gemeinsam mit dem Neugeborenen im Geburtsraum und bleiben dort, bis sie gemeinsam auf die Wochenstation gebracht werden. Für dieses besondere Zeitfenster hat sich der Begriff ,Bondingphase‘, aus dem Englischen für Bindung, durchgesetzt. Wir achten darauf, dass der Hautkontakt zwischen Mutter und Kind in dieser Phase solange wie möglich beibehalten wird und versuchen den Zeitraum, in dem das Baby gemessen, gewogen und erstuntersucht wird, sehr kurz zu gestalten. Somit können wir ein frühes Anlegen an die Brust fördern. Stillen schafft Nähe.“

Ist Stillen gesund?

„Gestillte Kinder sind gesünder und müssen seltener zum Arzt. Daher ist Muttermilch als der Standard für kindliche Ernährung zu betrachten. Sie unterstützt das Immunsystem des Kindes. Sie hat Langzeitwirkungen bis ins Erwachsenenalter hinsichtlich Übergewichts- und Allergieprävention. Außerdem hat Stillen nachweislich Auswirkungen auf die Intelligenzentwicklung.“

Stillen gilt ja zudem als praktisch.

„Stillen ist ungemein praktisch, es spart Geld und schont die Umwelt, weil es Rohstoffe und Energie spart: Es gibt keine aufwendige Erzeugung von Nahrungsmitteln, kein Verpackungsmaterial, keine Lagerung, keinen Transport, keine Vertriebsstrukturen und keinen Abfall. Es ist schlicht auch ökologisch sinnvoll.“

Was ist das Ziel der Weltstillwoche?

„Es ruft Fachleute, die sich um werdende Eltern kümmern, zur Zusammenarbeit auf. Das klappt am Klinikum Freising auch sehr gut. Gleichzeitig möchten wir darauf hinweisen, dass Stillförderung und Stillberatung sicherlich zu den kostengünstigsten und effizientesten Vorsorgemaßnahmen im Gesundheitsbereich gehört. Stillen ist es wert, als Teil des gesunden Alltagslebens gefördert zu werden.“

Haben Sie Verständnis dafür, dass Stillen in der Öffentlichkeit gelegentlich Anlass zu Kritik gibt?

„Nein, das ist uns unverständlich. Gerade durch Werbung gibt es im Alltag doch sehr häufig auch viel nackte Haut zu sehen. Warum sollte dann ausgerechnet eine Mutter, die ihrem Baby zur Ernährung die Brust gibt, sich zurückziehen? Außerdem kann eine Mutter bei Bedarf mit kleinen Tricks durchaus auch unbemerkt in der Öffentlichkeit stillen.“

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Christoph Wenzel

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