Donnerstag, 25. Januar 2018
Klinikum Freising: Mit dem Mini-Schirm gegen den Schlaganfall
Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie am Klinikum Freising, zeigt einen speziellen Mini-Schirm für den sogenannten Vorhofohrverschluss
Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie am Klinikum Freising, zeigt einen speziellen Mini-Schirm für den sogenannten Vorhofohrverschluss

Neue Behandlungsmethode etabliert: Die Abteilung für Kardiologie und Pneumologie am Klinikum Freising bietet mit dem sogenannten Vorhofohrverschluss einen minimal-invasiven Schutz vor Schlaganfällen.

Zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen zählt das sogenannte Vorhofflimmern. Das Herz schlägt dabei dauerhaft unregelmäßig und beschleunigt. Dadurch wächst die Gefahr eines Schlaganfalls, weil sich im linken Vorhofohr des Herzens Blutgerinnsel bilden können. Als Vorhofohr bezeichnet man eine beutelförmige Verlängerung des linken Herzvorhofs. Neben der medikamentösen Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln kann für manche Patienten auch eine moderne mechanische Lösung sinnvoll sein: Mit Hilfe eines Katheters wird durch die Vene ein winziger Schirm in das linke Vorhofohr platziert.

Dort wird dieser Schirm aufgespannt, er verwächst mit dem Herzgewebe – und sobald das Vorhofohr auf diese Weise verschlossen wurde, können sich dort keine Blutgerinnsel mehr bilden. Diese moderne Methode der Schlaganfallprophylaxe wird nun auch am Klinikum Freising angeboten.

„Ein Vorhofohrverschluss kann für solche Patienten sinnvoll sein, die beispielsweise aufgrund von Nierenproblemen oder wegen Blutungskomplikationen keine blutverdünnenden Mittel nehmen können“, sagt Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie am Klinikum Freising. Wie bei einer medikamentösen Blutverdünnung auch, kann durch einen Vorhofohrverschluss das Risiko eines Schlaganfalls entsprechend gesenkt werden. „Das Risiko einer Blutung sinkt durch den Vorhofohrverschluss im Vergleich zur medikamentösen Therapie um bis zu 70 Prozent“, sagt Dr. Brückl.

Dank der Anschaffung eines neuen 3D-Echokardiographie-Geräts können die Spezialisten der Kardiologie im Katheterlabor des Freisinger Klinikums den Vorhofohrverschluss anwenden. Dabei wird im Vorfeld mit dem 3D-Echo durch spezielle Ultraschalldarstellung das Vorhofohr geprüft, ausgemessen und das Zielgebiet für den winzigen Schirm festgelegt. Dieser wird dann mithilfe eines Katheters platziert. Dieser Vorgang gehört zu den sogenannten minimal invasiven Eingriffen, da er ohne große Schnitte auskommt.

Das neue 3D-Echokardiographie-Gerät war im September 2017 für über 100.000 Euro angeschafft worden. Anschließend wurden die Experten des Katheterlabors in das neue Gerät eingewiesen und eingearbeitet. Im vergangenen Dezember wurde schließlich das Vorhofohrverschluss-Verfahren erstmals am Klinikum Freising erfolgreich durchgeführt. Seitdem wird es regelmäßig angewandt.

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