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UnfallchirurgieKünstliche Gelenke

Ein Schwerpunkt der chirurgischen Abteilung II liegt in der Implantation künstlicher Gelenke (Endoprothesen). Jede Endoprothese wird präoperativ genau geplant und individuell auf den einzelnen Patienten und dessen Knochen angepasst. Dies ist durch die Kombination verschiedener Materialien und Implantationstechniken möglich. Für den gesamten Gelenkersatz werden nur hochwertige Markenprodukte verwendet.

Endoprothesen können zementfrei oder durch Einzementieren implantiert werden. Bei der zementfreien Implantation verwächst der Knochen im Laufe der Zeit mit der Prothese. Dadurch wird eine längere Haltbarkeit ermöglicht. Bei der Zementierung dagegen wird zwischen Knochen und Implantat eine sofortige, feste Verbindung hergestellt. Deshalb eignet sich diese Methode besonders zur Anwendung bei osteoporotischen Knochen älterer Menschen. Die beiden Methoden können auch miteinander kombiniert werden („Hybridtechnik"). Hüftgelenksendoprothesen werden zu etwa 60 Prozent in Hybrid-Technik (Pfanne zementfrei, Schaft zementiert) und zu etwa 40 Prozent zementfrei implantiert.

Die Grenzschicht zwischen Prothesenkopf und künstlicher Gelenkpfanne („Gleitpaarungen") besteht bei Hybrid-Prothesen aus Keramik-Polyethylen. Für zementfreie Prothesen wird ein hochvernetzter, besonders harter Kunststoff verwendet, der in Kombination mit dem entsprechenden Metallkopf einen sehr geringen Abrieb hat.

Der Großteil der Patienten darf nach der Operation das operierte Bein sofort voll belasten. Meist sind jedoch vorübergehend Unterarmgehstützen zur Sicherheit erforderlich.

Die Endoprothetik am Kniegelenk besteht in einem reinen Oberflächenersatz. Nur die kaputten Knorpelflächen mit dem angrenzenden darunter liegenden Knochen werden sparsam abgetragen. Fast der gesamte Kapsel-Band-Apparat bleibt erhalten, das Knie behält weiterhin seine natürliche Führung. In Kombination mit der anatomischen Form der Endoprothese ist so ein normaler Bewegungsablauf möglich. Für Material und Anpassung gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei der Hüftgelenksprothetik.

Kniegelenksendoprothesen werden überwiegend in der zementierten Form durchgeführt. Eine nur ein bis zwei Millimeter dünne Schicht aus Polymethylmetacrylat (PMMA) stellt die Anpassung an kleine Unebenheiten in der Resektionsebene (Schnittstelle zwischen Knochen und Implantat) des Knochens dar. Im Gegensatz zur Hüfte, welche in der Regel schon nach drei bis vier Monaten eine volle, uneingeschränkte Funktionalität besitzt, braucht die Nachbehandlung nach Knieendoprothesen mehr Zeit. Hier muss man von ca. einem halben Jahr ausgehen, bis der Patient den vollen Nutzen seines neuen Gelenkes ausschöpfen kann. Unfallchirurgie

Osteoporotisch bedingte Wirbelfrakturen können chirurgisch durch Kyphoplastie und Vertebroplastie behandelt werden. Beide Operationsarten sind minimal invasive Eingriffe, durch die eine sofortige Mobilisierung und erhebliche Schmerzreduktion erreicht werden kann.

Zunächst wird die Bogenwurzel des betroffenen Wirbels unter Durchleuchtungskontrolle in zwei Ebenen (seitlich und von vorne) punktiert. Über den so geschaffenen Zugang kann durch eine dicke Kanüle der Knochenzement in den zusammengebrochenen Wirbelkörper implantiert werden. Der Zement füllt den Wirbel aus und verhindert ein weiteres Zusammensintern (Zusammensinken). Bei der Vertebroplastie wird ein sehr dünnflüssiger Knochenzement (PMMA) eingespritzt. Bei der Kyphoplastie werden vor dem Befüllen des Wirbels Ballonkatheter eingebracht, mit denen der gebrochene Wirbel wieder aufgerichtet werden kann. Dadurch wird die anatomische Form wieder hergestellt. Erst danach wird ein etwas zäherer PMMA-Zement appliziert. Die Gefahr des Zementaustritts in die benachbarten Weichgewebe oder den Rückenmarkskanal wird dadurch minimiert. Deshalb gilt die Kyphoplastie als sicherere Methode und wird am Klinikum Freising fast ausschließlich durchgeführt.