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Lymphangiologie

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem ist eine Einlagerung von eiweißreicher Flüssigkeit im Bindegewebe. Ursache ist eine verminderte Arbeitsleistung der Lymphgefäße, die zu einer kontinuierlichen Volumenzunahme (Schwellung) und Gewebeverhärtung führt.

Lymphödeme sind stets eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, dass die Symptome immer wieder auftreten können.

Wie entsteht ein Lymphödem?

Am häufigsten entstehen sekundäre Lymphödeme. Ursache dafür sind in der Regel Schädigungen der Lymphknoten durch Operationen (vor allem die Entfernung von Lymphknoten im Rahmen einer Tumorbehandlung) und/oder Strahlentherapie. Die Ödeme treten meist innerhalb von zwei Jahren auf. Es gibt aber auch vereinzelt Fälle, in denen es nie zur Ausbildung von Symptomen kommt - in diesen Fällen hält die Latenzzeit (die Zeit zwischen der auslösenden Schädigung und dem ersten Auftreten von Symptomen) ein Leben lang an.

Primäre Lymphödeme entstehen aufgrund einer genetischen LymphangiologiePrädisposition. In diesem Fall sind zu kleine oder zu wenige Lymphgefäße (Hypoplasie), manchmal auch erweiterte Gefäße (Hyperplasie) für die Fehlfunktion der Lymphe verantwortlich.

Was soll die Behandlung bewirken?

Die Schädigung der Lymphgefäße kann nicht rückgängig gemacht werden. Deshalb wird bei der Behandlung von Lymphödemen stets angestrebt, die Krankheit wieder in die Latenzphase zurück zu führen. Dazu werden entstauende und gewebeauflockernde Maßnahmen angewendet, durch die fast immer eine Verbesserung des Zustands und der Arbeitsleistung der Lymphgefäße erreicht werden kann.

Was soll man als Lymphödempatient beachten?

  • Gestaute Gliedmaßen neigen zu Infektionen: Melden Sie Hautverfärbungen (z.B. Rötung bei Wundrose) oder Hautveränderungen (Einrisse oder weißliche Beläge zwischen den Zehen bei Pilzinfektionen) sofort dem behandelnden Arzt.
  • Bereits kleinere Verletzungen können Auslöser einer Wundrose (Erysipel) sein. Seinen Sie deshalb bei Arbeiten im Haushalt oder Garten besonders vorsichtig. Falls sich die Rötung vergrößert, suchen Sie bitte den Arzt auf. Bei manifester Wundrose wird Ihnen ein Antibiotikum verordnet.
  • Keine Injektionen, Infusionen oder Akupunkturbehandlung an gestauten Gliedmaßen. Ausnahme sind selbstverständlich Notfälle.
  • Lagern Sie die gestaute Extremität wenn möglich hoch.
  • Vermeiden Sie zu heiße oder zu kalte Bäder und direktes Sonnenlicht.
  • Tragen Sie die Kompressionsstrümpfe regelmäßig und lassen Sie sie vom Arzt/Physiotherapeuten/Sanitätshaus überprüfen.
  • Legen Sie für die Nacht möglichst oft eine Selbstbandage an (Ihr Physiotherapeut weist Sie gerne ein)
  • Verwenden Sie für die Hautreinigung hautneutrale Seife (pH 5)
  • Vermeiden Sie Übergewicht, da es stets zu einer Verschlechterung des Zustands führt. Eine spezielle Lypmphödem-Diät existiert jedoch nicht!
  • Führen Sie regelmäßig die erlernten Entstauungs- und Atmungsübungen durch.