Ein Lymphödem ist eine Einlagerung von eiweißreicher Flüssigkeit im Bindegewebe. Ursache ist eine verminderte Arbeitsleistung der Lymphgefäße, die zu einer kontinuierlichen Volumenzunahme (Schwellung) und Gewebeverhärtung führt.
Lymphödeme sind stets eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, dass die Symptome immer wieder auftreten können.
Am häufigsten entstehen sekundäre Lymphödeme. Ursache dafür sind in der Regel Schädigungen der Lymphknoten durch Operationen (vor allem die Entfernung von Lymphknoten im Rahmen einer Tumorbehandlung) und/oder Strahlentherapie. Die Ödeme treten meist innerhalb von zwei Jahren auf. Es gibt aber auch vereinzelt Fälle, in denen es nie zur Ausbildung von Symptomen kommt - in diesen Fällen hält die Latenzzeit (die Zeit zwischen der auslösenden Schädigung und dem ersten Auftreten von Symptomen) ein Leben lang an.
Primäre Lymphödeme entstehen aufgrund einer genetischen
Prädisposition. In diesem Fall sind zu kleine oder zu wenige Lymphgefäße (Hypoplasie), manchmal auch erweiterte Gefäße (Hyperplasie) für die Fehlfunktion der Lymphe verantwortlich.
Die Schädigung der Lymphgefäße kann nicht rückgängig gemacht werden. Deshalb wird bei der Behandlung von Lymphödemen stets angestrebt, die Krankheit wieder in die Latenzphase zurück zu führen. Dazu werden entstauende und gewebeauflockernde Maßnahmen angewendet, durch die fast immer eine Verbesserung des Zustands und der Arbeitsleistung der Lymphgefäße erreicht werden kann.