Die Schilddrüse ist eine endokrine Drüse. Sie bildet Hormone, die den Stoffwechsel der Zellen anregen. Ihre Wirkung beeinflusst unter anderem Blutdruck, Puls und Körpertemperatur.
Bei knotig durchsetzten Schilddrüsen, speziellen Formen der Überfunktion sowie bei Tumoren wird den Patienten eine Operation empfohlen, um den erkrankten Schilddrüsenanteil zu entfernen. Das funktionsfähige Schilddrüsengewebe bleibt dabei so weit wie möglich erhalten. Lediglich bei der Behandlung von Tumoren ist auch die Entfernung der umgebenden Hüll- und Lymphgefäße nötig.
Nach der Operation müssen in der Regel Schilddrüsenhormone eingenommen werden. Die genaue Dosierung muss dabei individuell der Stoffwechsellage angepasst und in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dazu ist lediglich eine Blutabnahme durch den Hausarzt erforderlich.
Mögliche Probleme nach Schilddrüsenoperationen sind eine Schwächung der Sprechfähigkeit bei Schädigung der Stimmbandnerven sowie die Beeinträchtigung des Calciumhaushaltes bei Funktionsverlust der Nebenschilddrüsen. Beide Situationen sind in der Regel durch eine entsprechende operative Technik vermeidbar.
Der stationäre Aufenthalt bei Schilddrüsenoperationen dauert meist vier bis fünf Tage. Nach der Operation sollte sich der Patient zwölf bis vierzehn Tage körperlich schonen.
Die Galle ist eine Flüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird. Bei Nahrungsaufnahme wird sie in den Dünndarm ausgeschüttet, wo sie der Fettverdauung dient. Anlagebedingt kann es zu einer Veränderung der Gallenzusammensetzung kommen, die zur Entstehung von Gallensteinen führt.
Gallensteine können äußerst schmerzhafte und quälende Koliken auslösen. Beobachtet werden auch uncharakteristische Beschwerden, wie beispielsweise Blähungen, Wechsel von Durchfall und Verstopfung, Aufstoßen, Magendrücken oder Druckgefühl im Oberbauch. Die Schmerzen strahlen teilweise bis in den Rücken beziehungsweise zwischen die Schulterblätter aus.
Werden Gallensteine diagnostiziert (meistens durch Ultraschalluntersuchung), so ist die Indikation zur Operation gegeben. Dabei wird im Rahmen einer Bauchspiegelung die Gallenblase dargestellt und entfernt. Diese endoskopische, minimal-invasiv durchgeführte Operation bereitet meist keine wesentlichen Beschwerden. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel vier bis fünf Tage.
Sollten kleinere Gallensteine aus der Gallenblase heraus in den Hauptgallengang rutschen und dort den Galleabfluss behindern, ist zunächst eine Entfernung dieser Steine aus dem Hauptgallengang erforderlich. Dies wird durch die internistische Abteilung des Hauses endoskopisch durchgeführt. Ist der Gallengang steinfrei, wird die Gallenblase wie oben beschrieben entfernt.
Die gefährlichste Komplikation der Gallensteinerkrankung ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung. Galle- und Bauchspeicheldrüsensekret stauen sich vor dem Zwölffingerdarm an, wenn durch einen Stein das Abfließen verhindert wird. Dieser Zustand kann binnen kürzester Zeit lebensbedrohlich werden. Glücklicherweise kommt diese Komplikation nur sehr selten vor.
Früher mussten Geschwürerkrankungen des Magens und des Zwölffingerdarms chirurgisch behandelt werden. Seit Mitte der 1980er Jahre lassen sich jedoch durch Gabe von Medikamenten diese Operationen meist vermeiden und sind nur noch im Falle von Komplikationen nötig. Dazu gehören beispielsweise nicht stillbare Blutungen oder Durchbrüche des Geschwürs oder durch Abheilungsnarben entstehende Engstellen am Magenausgang.
Die Magenchirurgie wird heute meist wegen Tumorerkrankungen erforderlich. Die Diagnose einer Tumorerkrankung am Magen wird durch die Endoskopie des Magens gesichert. Dabei werden Proben entnommen, um den Tumor mikroskopisch genauer zu untersuchen. Abhängig vom festgestellten Tumortyp wird dann entweder eine teilweise oder komplette Entfernung des Magens vorgenommen. Auch die umgebenden Hüllgewebe mit den Lymphknoten müssen im Rahmen dieser Operation mit entfernt werden.
Nach einer teilweisen Magenentfernung wird der verbleibende Restmagen wieder mit dem Dünndarm verbunden. Bei kompletter Magenentfernung wird die Speiseröhre mit einer Dünndarmschlinge vernäht.
Bei bestimmten Tumorerkrankungen des Magens (sog. Lymphomen) ist unter Umständen nicht die Operation sondern eine Chemotherapie zu empfehlen. Die Entscheidung über die geeignetste Therapie in diesen Fällen wird am Klinikum Freising in der onkologischen Fallkonferenz getroffen. Dabei bewerten Gastroenterologen, Onkologen, Chirurgen und Pathologen gemeinsam die vorliegenden Befunde und diskutieren über die individuell optimale Therapie des Patienten.
Nach Magenoperationen ernährt man sich am besten mit vielen kleinen, über den Tag verteilten Mahlzeiten. Häufig brauchen die Patienten nach kompletter Magenentfernung Monate, bis sie wieder an Gewicht gewinnen. Im Durchschnitt setzt die Gewichtszunahme erst ca. neun bis zwölf Monate nach der Operation ein.
Operationen am Dickdarm werden sowohl bei gutartigen als auch bei bösartigen Erkrankungen vorgenommen.
Zu den am häufigsten diagnostizierten gutartigen Erkrankungen gehört die Divertikulitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der sogenannten Divertikel, Darmwandausstülpungen, die vorwiegend im S-förmig geschwungenen Darm des linken Unterbauchs („Sigma") auftreten.
Bei einem Entzündungsschub leidet der Patient unter starken Bauchschmerzen und Fieber, im Blut sind Entzündungsparameter nachweisbar. Zur Behandlung sind Antibiotika und Infusionen notwendig. Bei wiederholtem Auftreten von Entzündungsschüben wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen, bei dem der betroffene Darmabschnitt entfernt wird. Dies geschieht heute in der Regel endoskopisch auf minimal-invasivem Weg.
Als Komplikationen der Diverkulitis können Blutungen, Durchbruch oder Entstehung einer Engstelle durch Vernarbungen im Darm auftreten. In diesen Fällen besteht die Indikation zur Operation. Dabei wird versucht, den Patienten möglichst „im Intervall" zu operieren, also zu einem Zeitpunkt, zu dem er keine Beschwerden mehr hat. In dieser Phase ist eine endoskopische Operation möglich und die Gefahr von Komplikationen niedriger. Deshalb wird in Akutsituationen zunächst versucht, die Situation zu beherrschen. Dies kann zum Beispiel bei geeigneten Abszessen die Ableitung von Flüssigkeit mittels Punktion und Drainage sein. Ist dies nicht möglich (wie beispielsweise bei unstillbaren Blutungen, Durchbruch etc.), ist eine Notoperation erforderlich. Diese wird im Allgemeinen über eine Bauchraumeröffnung erfolgen. Unter Umständen muss nach so einer Notoperation zeitweise ein künstlicher Darmausgang angelegt werden.
Eine weitere gutartige Erkrankung des Dickdarmes sind Polypen. Diese können so groß sein, dass sie nicht endoskopisch abgetragen werden können. In diesem Fall müssen sie im Rahmen eines minimal-invasiven chirurgischen Eingriffs mitsamt des umgebenden Darmsegments entfernt werden.
Die häufigsten Eingriffe am Dickdarm stellen jedoch Resektionen von Tumoren dar. Hierbei wird der betreffende Darmabschnitt mit den umgebenden Gefäß- und Lymphanteilen komplett entfernt. Die verbleibenden Dickdarmabschnitte werden durch Naht wieder miteinander verbunden. Die minimal-invasive Technik erscheint dabei nach bisherigen Studienergebnissen gleich gute Resultate zu erzielen wie die „offene Chirurgie". Damit stellt diese Technik eine mögliche Alternative zur Behandlung bei Dickdarmkrebs dar. Dies gilt insbesondere für Frühstadien der Tumorerkrankungen.
Bei bestimmten Formen des Enddarmkrebses wird heutzutage nicht sofort operiert sondern eine kombinierte Vorbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie durchgeführt. Dieser ca. fünf bis sechs Wochen dauernden Behandlung folgt eine Erholungsphase von etwa fünf Wochen. erst danach erfolgt eine chirurgische Entfernung des Tumors. Durch die Vorbehandlung erhöht sich auch bei tief sitzenden Tumoren die Chance, trotz der Entfernung des Enddarms den Schließmuskel erhalten zu können.
Durch moderne Operationstechniken (wie z.B. die „totale mesorektale Excision" TME, nervschonende Technik; Klammernahtgeräte) kann man heute eine Amputation des Enddarmes und die dadurch erforderliche Anlage eines künstlichen Ausganges relativ häufig vermeiden. Lediglich bei sehr tief sitzenden, ausgedehnten Tumoren ist dies gelegentlich noch notwendig.
Bei sehr tief angelegten Nahtstellen besteht das Risiko, dass durch
Undichtigkeiten Stuhl aus dem Darm austritt. Dadurch kann eine Infektion ausgelöst werden, die den Erhalt des Schließmuskels gefährdet und unter Umständen für den Patienten lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Um diesen Komplikationen vorzubeugen, empfiehlt sich die vorübergehende Ausleitung des Stuhls über einen künstlichen Ausgang. Dieser sollte für etwa drei Monate belassen werden
Bei kleinen, lokal begrenzten Tumoren ist unter Umständen auch die lokale Ausschneidung ausreichend. Über den Darmausgang wird eine sogenannte „Vollwandexcision" vorgenommen. Dabei wird der Tumor unter Mitnahme der Darmwand ausgeschnitten. Wenn sich bei der anschließenden mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Tumorgewebes bestätigt, dass das Gebilde komplett im Gesunden entfernt wurde und nicht zu tief in die Wand eingewachsen ist, ist dieser Eingriff allein ausreichend. Stellt sich jedoch heraus, dass der Tumor weiter fortgeschritten ist als primär anzunehmen war, wird eine nochmalige Operation mit Entfernung des tumortragenden Darmanteiles erforderlich.
Ist der Patient vor der Operation mit Bestrahlung und Chemotherapie behandelt worden, empfiehlt sich nach der Operation nochmals eine Chemotherapie.
Als Hämorrhoiden werden Gefäßerweiterungen im Analbereich bezeichnet. Jeder Mensch hat drei innere Hämorrhoiden, die erst bei Vergrößerung oder Tiefertreten Beschwerden wie Brennen, Hautentzündungen und Blutungen auslösen.
Ausgeprägte Hämorrhoiden sollten operativ entfernt werden. Dazu stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, die sich gegenseitig ergänzen. Neben der lokalen chirurgischen Excision nach Milligan Morgan oder Parks kann auch die Technik nach Longo eingesetzt werden. Dabei wird mit einem Klammernahtgerät operiert, das zugleich eine Analraffung bewerkstelligt. Mit dieser modernen Technik kann in geeigneten Fällen eine schmerzärmere und raschere Rekonvaleszenz erreichet werden.
Analfisteln sind entzündliche Erkrankungen im Bereich des Afters. Die Fistel macht sich meist durch eine Infektion mit Eiterung oder Abszessbildung bemerkbar. Im Rahmen der notwendigen Abszesseröffnung wird die Fistel diagnostiziert.
Bei der chirurgischen Behandlung von Analfisteln soll der Fistelgang möglichst vollständig entfernt und dabei der Schließmuskel erhalten werden. Deshalb muss zunächst identifiziert werden, wo der Fistelgang hinführt. Verläuft dieser zum Beispiel durch den Schließmuskel oder weit nach oben in den Darm hinein, ist der Eingriff entsprechend aufwendiger. Teilweise sind auch Schließmuskeldurchtrennungen und -rekonstruktionen erforderlich. In einigen Fällen wird vorübergehend auf einen künstlichen Ausgang ausgewichen. Dieser wird so lange belassen, bis die Wunde im Fistelbereich abgeheilt ist.
Prinzipiell sind derartige Operationen auch ambulant durchführbar. Bei tieferreichenden Fistelsystemen und ausgeprägten Hämorrhoidalleiden sind ambulante Operationen jedoch nicht empfehlenswert.
Unter einem Bruch versteht man den Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle. Dabei bildet sich an Schwachstellen der Bauchhöhle eine Öffnung. Diese Schwachstellen können anlagebedingt sein, oder durch Überbeanspruchung und durch Operationsnarben („Narbenbruch") hervorgerufen werden. Am häufigsten finden sich die Schwachstellen im Bereich des Nabels, der Leisten und der Schenkelbruchpforte, ein Bereich an der Innenseite des Oberschenkels unterhalb des Leistenbandes.
Am häufigsten werden Operationen wegen Leistenbrüchen durchgeführt. Diese sind sowohl mit offener als auch mit endoskopischer Technik möglich. Der Verschluss des Bruches kann mit körpereigenem Gewebe oder mit speziellen Kunststoffnetzen erfolgen. Größere Narbenbrüche sollten mit Kunststoffnetzen behandelt werden, da so die Gefahr eines neuerlichen Bruchs erheblich reduziert werden kann.
Die endoskopischen, minimal-invasiven Verfahren haben sich insbesondere bei den wieder aufgetretenen Leistenbrüchen („Rezidiv-Leistenhernie") als elegantes und zuverlässiges Operationsverfahren bewährt.